Cover: Adam Lambert - ADAM
7/8
mix1 Bewertung
Album

ADAM

Adam Lambert

Label: More is More LLC
Kategorie: Pop | Pop / Rock
Veröffentlichung: 10.07.2026
Produkt erhältlich bei:

Adam Lambert mischt Glam, Rock und Elektro auf „ADAM“

Adam Lambert baut mit „ADAM“ eine Klangwelt, die gleichzeitig glamourös, düster und erstaunlich greifbar wirkt. Statt auf glattpolierten Pop setzt er diesmal auf verzerrte Synthesizer, knarzende E-Gitarren, echten Bass und Schlagzeug, das manchmal klingt, als würde es direkt aus einem kleinen verschwitzten Club kommen. Genau diese Mischung macht das Album spannend: futuristische Elektronik trifft auf analoge Rauheit. Darüber legt Lambert seine Stimme, die sich wie gewohnt mühelos zwischen dramatischer Theatralik und verletzlicher Zurückhaltung bewegt. Mal schwebt sie über die Songs, mal kracht sie mitten hinein. Das Ergebnis klingt nicht nach typischem Radio-Pop, sondern eher nach einer stilvollen Nachtfahrt durch Neonlichter und dunkle Straßenschluchten.

Textlich wird es deutlich persönlicher und komplizierter, als man es von vielen Mainstream-Veröffentlichungen kennt. Sehnsucht, Identität und innere Konflikte ziehen sich durch das gesamte Album. Dabei bleibt vieles bewusst symbolisch und offen, was den Songs zusätzliche Tiefe gibt. Hoffnung und Zynismus liefern sich ständig ein kleines Duell. Genau das macht „ADAM“ interessant, weil die Platte nie komplett vorhersehbar wirkt. Statt einfacher Hooks gibt es Stimmungen, kleine Brüche und überraschende Wendungen. Trotzdem verliert das Album nie seinen Pop-Kern. Adam Lambert schafft es, selbst die dunkelsten Momente noch elegant klingen zu lassen. Gerade Fans seiner dramatischen Seite dürften hier komplett auf ihre Kosten kommen. Gleichzeitig wirkt die Produktion erwachsener und mutiger als auf vielen früheren Soloalben.

Lambert zeigt damit erneut, warum er seit Jahren zu den spannendsten Stimmen im modernen Pop gehört. Seine Karriere zwischen Glam-Rock, Theater und Mainstream-Pop spiegelt sich auch in „ADAM“ wider. Man hört den Performer, den Sänger und den Geschichtenerzähler gleichzeitig heraus. Dass er schon mit Queen riesige Stadien gefüllt hat und am Broadway aufgetreten ist, merkt man der Platte an jeder Ecke an. Alles wirkt groß gedacht, ohne künstlich überladen zu sein. „ADAM“ fühlt sich wie eine bewusste Weiterentwicklung an: dunkler, emotionaler und musikalisch mutiger. Kein Album für nebenbei, sondern eher eines, das man nachts mit Kopfhörern hören sollte.


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