Cover: AIRSTRIKE - Bitch Boy
7/8
mix1 Bewertung

Airstrike thematisieren mit "Bitch Boy" toxische Beziehungen

AIRSTRIKE haben offenbar keine Lust auf Verschnaufpausen. Kaum ist die letzte Single draußen, schieben die Rocker direkt den nächsten Track hinterher. Mit „Bitch Boy“ liefern sie einen straighten Riff-Rocker, der nicht lange um den heißen Brei herumredet. Interessant: Der Song erscheint im direkten Nachklang zur Tour mit Phil Campbell, dessen Tod die Szene noch immer beschäftigt. Das gibt dem Release eine leicht nachhallende Note, auch wenn der Song selbst eher nach vorne geht als zurückzuschauen.

Inhaltlich wird’s persönlich – und ein bisschen unbequem. Airstrike drehen mit „Bitch Boy“ das klassische Gender-Narrativ einmal auf links. Statt der üblichen Klischees geht es um Männer, die sich durch Beziehungen treiben lassen wie durch eine Playlist: kurz hängenbleiben, den nächsten Kick suchen, weiterziehen. „Ticket to ride“ steht dabei für genau dieses Gefühl – aufregend, aber ohne echten Plan. Die Hook macht dann unmissverständlich klar, worum es geht: emotionale Unreife, verpackt in catchy Zeilen. Besonders spannend ist der Moment der Selbstreflexion: Dieses „Ich weiß, dass es toxisch ist – aber ich mach trotzdem weiter“. Das wirkt ehrlich und trifft wahrscheinlich mehr Leute, als ihnen lieb ist.

Soundtechnisch bleibt die Band ihrem Stil treu. Fette Riffs, klare Struktur, keine unnötigen Spielereien. Der Song will nicht verkopft sein, sondern direkt ins Ohr gehen – und genau das klappt. Gleichzeitig schwingt thematisch mehr mit, als man beim ersten Hören vielleicht erwartet. „Bitch Boy“ ist kein erhobener Zeigefinger, sondern eher ein Spiegel, in dem man sich selbst ein bisschen zu gut erkennt. Und genau das macht den Track spannend: Er funktioniert als simpler Rocksong, hat aber genug Haltung, um hängen zu bleiben.
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Video

Tracklist

01 Bitch Boy 04:29