Zehn Jahre nach seinem gefeierten MTV-Unplugged-Album schlägt Andreas Gabalier ein neues Kapitel auf. „Handwerk“ heißt das aktuelle Album – ein Titel, der nicht zufällig gewählt wurde. Nach einer bewusst eingelegten Pause nahm sich der Steirer Zeit für neue Ideen, schrieb Songs und arbeitete fernab des großen Tourbetriebs an einem Projekt, das seinen Blick auf Musik konsequent widerspiegelt. Statt ausschließlich neues Material zusammenzustellen, entstand eine Mischung aus frischen Titeln, zwei eigens aufgenommenen Duetten und bekannten Liedern, die komplett neu arrangiert wurden. Viele Stücke erhielten aufwendige Neueinspielungen und klingen dadurch deutlich anders als ihre ursprünglichen Fassungen. Auch bei der Produktion wurde nichts dem Zufall überlassen. Die Aufnahmen entstanden in Berlin, Sandhausen, Bayern und Nashville. Im Emil Berliner Studio in Berlin spielte ein Streichquartett eigens die orchestralen Passagen ein. Diese Kombination aus unterschiedlichen Aufnahmeorten und klassischer Instrumentierung prägt den Klang des Albums ebenso wie die Entscheidung, „Handwerk“ auch auf Vinyl zu veröffentlichen.
Zu den auffälligsten Momenten zählen die beiden Duette. Für eines davon holte Andreas Gabalier niemand Geringeren als Johnny Logan ins Studio. Der dreifache Gewinner des Eurovision Song Contest schrieb eigens einen Song für den Österreicher, den beide anschließend gemeinsam einsangen. Entstanden ist ein Titel mit deutlichem Country-Einschlag und Nashville-Flair. Aus der Zusammenarbeit entwickelte sich nach Angaben der Beteiligten außerdem eine enge musikalische Freundschaft. Einen völlig anderen Akzent setzt das zweite Duett. Gemeinsam mit Pietro Basile interpretiert Gabalier „Una canzone per te“. Basile, der in München aufgewachsene Sänger mit italienischen Wurzeln, ist für seinen zweisprachigen Italo-Pop bekannt. Genau diese Mischung trifft hier auf Gabaliers musikalische Heimat. Das Ergebnis lebt vom Zusammenspiel beider Stimmen und verbindet Einflüsse aus dem Alpenraum mit italienischer Leichtigkeit, ohne dass einer der beiden Künstler seinen eigenen Stil aufgibt.
Parallel zur Veröffentlichung geht Andreas Gabalier auch wieder auf Tour. Die Jubiläumsreihe knüpft an das Unplugged-Konzept an und führt ihn durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Anders als die großen Stadionproduktionen der vergangenen Jahre stehen diesmal ausgewählte Konzerthäuser im Mittelpunkt. Dadurch entsteht ein Rahmen, der die Musik und ihre handgemachte Umsetzung stärker in den Vordergrund rückt. Das passt zum Konzept von „Handwerk“, das sich nicht nur im Albumtitel, sondern ebenso in der Entstehung widerspiegelt. Von den auf mehrere Studios verteilten Aufnahmen über die eigens eingespielten Streicher bis hin zu den beiden sehr unterschiedlich besetzten Duetten zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Projekt. Statt lediglich auf das Jubiläum des erfolgreichen MTV-Unplugged-Albums zurückzublicken, nutzt Gabalier diesen Anlass für eine Neuinterpretation seines Repertoires und ergänzt es um neue Songs sowie Kooperationen, die dem Album zusätzliche Facetten verleihen.