Cover: Andy Soda - Madeleine
6/8
mix1 Bewertung

Andy Soda: „Madeleine“ bleibt, wenn der Sommer geht

„Du bist meine Eins – und ich dein blinder Fleck“: Schon diese Zeile gibt „Madeleine“ eine ziemlich klare Richtung. Andy Soda schreibt über Nähe, die offenbar nicht auf beiden Seiten gleich ankommt. Kein großes Drama mit Ausrufezeichen, sondern ein Widerspruch, der hängen bleibt: Für den einen ist da die Nummer eins, für den anderen womöglich nur etwas, das kaum wahrgenommen wird.

Musikalisch schlägt Andy Soda dabei einen deutlich melodischen Kurs ein. Die Nummer trägt einen Hauch Beatles in sich und rückt das Songwriting stärker nach vorn. Gerade diese Kombination aus eingängiger Melodie und melancholischem Kern passt zum Bild eines Sommers, der langsam verschwindet, während die Sehnsucht eben nicht einfach mitgeht. Kitsch bleibt draußen, die Melodie darf trotzdem groß denken.

„Madeleine“ gehört damit zu den musikalisch ausgearbeitetsten Songs von Andy Soda. Entscheidend ist weniger irgendein großer Effekt als die klare Idee dahinter: ein prägnanter Satz, eine bittersüße Grundstimmung und eine Melodieführung, die sich schnell festsetzt. Manchmal braucht ein Song eben keine fünf Nebenschauplätze. Eine Madeleine, einen blinden Fleck und ein bisschen Spätsommer reichen völlig.
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