Angus & Julia Stone melden sich mit „Karaoke Bar“ zurück und liefern damit den ersten Vorgeschmack auf ihr gleichnamiges siebtes Studioalbum. Das australische Geschwisterduo bleibt sich dabei treu und öffnet gleichzeitig eine neue Tür: wärmer, offener und voller Geschichten, die sich wie lange Sommernächte anfühlen. Schon die ersten Sekunden der Single ziehen einen in diese verträumte Welt hinein, für die Angus & Julia Stone seit Jahren bekannt sind. Statt großer Dramatik geht es diesmal um kleine Momente, die plötzlich alles bedeuten können – etwa einen Abend voller fremder Menschen, die gemeinsam singen und für ein paar Stunden sämtliche Unterschiede vergessen.
Die Idee zu „Karaoke Bar“ entstand auf der griechischen Insel Hydra. Dort, nur wenige Schritte vom ehemaligen Zuhause von Leonard Cohen entfernt, fanden Angus und Julia offenbar genau die kreative Ruhe, die dieses Album geprägt hat. Zwischen Meer, langen Nächten und spontanen Sessions entwickelte sich ein Sound, der gleichzeitig intim und weit wirkt. Genau das macht den Song spannend: Er klingt nach Fernweh, nach leuchtenden Straßenecken und nach Gesprächen, die man eigentlich nie vergessen wollte. Julia beschreibt die Karaoke-Bar als einen Ort, an dem jeder gehört wird – und genau dieses Gefühl transportiert die Single ziemlich direkt. Kein großes Pathos, sondern ehrliche Nähe mit einem Hauch Melancholie.
Musikalisch bleibt das Duo seiner Mischung aus Folk, Indie und sanften Pop-Elementen treu, wirkt dabei aber freier denn je. Das kommende Album entstand in Griechenland, Frankreich und Australien und trägt diese verschiedenen Orte hörbar in sich. Mal fühlt sich alles leicht und schwebend an, mal fast cineastisch. Angus & Julia Stone schaffen es erneut, ihre besondere Verbindung als Geschwister in Songs zu verwandeln, die gleichzeitig persönlich und universell wirken. Dass sie das schon seit den Tagen von „A Book Like This“ und „Big Jet Plane“ beherrschen, überrascht kaum noch. Trotzdem klingt „Karaoke Bar“ nicht nach Nostalgie, sondern nach Aufbruch. Genau darin liegt der Reiz dieser neuen Ära: Das Duo setzt weiter auf leise Töne, schafft es damit aber erneut, ganz große Bilder entstehen zu lassen.