Anita Hofmann: „Mann tut, was Mann kann“ mit Swing
Das Lächeln sitzt, das Kompliment kommt ohne Zögern, und natürlich wirkt alles völlig mühelos. In Anita Hofmanns Single „Mann tut, was Mann kann“ hat ein Mann seinen Auftritt, der ziemlich genaue Vorstellungen davon hat, wie man Frauen beeindruckt. Ob diese Vorstellungen stimmen, ist eine andere Frage. Ein wenig Don Juan, etwas Gentleman und eine Portion Draufgänger gehören zu seiner Ausstattung. Hofmann beobachtet diesen perfekten unperfekten Gigolo mit Humor. Sie erzählt von seinen Anstrengungen, hinterfragt die glänzende Fassade und lässt ihm trotzdem seine Würde. Schließlich steckt hinter der lässigen Haltung offenbar einiges an Arbeit. Der Titel spielt schon sprachlich mit dem Unterschied zwischen dem allgemeinen „man“ und dem Mann, der hier seine Charmeoffensive startet.
Für die musikalische Begleitung bekommt der Charmeur eine Band statt einer rein elektronischen Kulisse. Bläser, Kontrabass und von Musikern eingespielte Instrumente prägen den Schlager-Swing. Hofmann, selbst Musikerin und Multiinstrumentalistin, war diese Arbeitsweise ausdrücklich wichtig. Die Aufnahme sollte vom gemeinsamen Spielen leben. Der Swing passt zur beschriebenen Figur: elegant im Auftreten, temperamentvoll in der Bewegung und mit genügend Spielraum für kleine Übertreibungen. Die dreiminütige Single wurde von Stefano Maggio produziert. Die Musik schrieben Maggio und Antonio Berardi, der auch den Text verfasste. Als Verlage sind Tonita Records und Edition Songs & Melodies beteiligt. Damit erhält die Geschichte einen Bandsound, bei dem die Instrumente ebenso zum Konzept gehören wie der Text.
Die Frauen bleiben in dieser Geschichte keineswegs bloß Publikum für männliche Selbstdarstellung. Sie erkennen das Spiel, schmunzeln darüber und können sich dennoch über die Aufmerksamkeit freuen. Zwischen Bewunderung und Skepsis liegt hier nur ein gut platziertes Kompliment. Hofmann macht daraus keine Abrechnung, sondern eine Betrachtung des Flirtens und seiner gelegentlich etwas aufwendigen Inszenierung. Auch der angekündigte Videoclip greift dieses Verhältnis zwischen Mann und Frau auf. Dort bekommt der Gigolo ein Gesicht; wer ihn verkörpert, bleibt vorerst offen. Die Vorlage kündigt eine überraschende Besetzung an. Bis dahin muss die Figur allein mit dem auskommen, was der Song über sie erzählt: viel Einsatz, ein gepflegtes Auftreten und die feste Überzeugung, den richtigen Eindruck zu hinterlassen. Ob hinter dem nächsten charmanten Lächeln ein echter Gentleman steckt oder doch nur die gut geprobte Nummer, bleibt Teil des Vergnügens.
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