Ein violetter Oldtimer kann einem offenbar gründlich den Kopf verdrehen. In „Wüd's Violett“ erzählt Astrid Pflaum von einer solchen Vorstellung. An einem langen Samstag scheint alles stillzustehen, während das Auto in ihren Gedanken immer mehr Raum einnimmt. Es sieht aus wie ein Stück vergangener Zeit und fühlt sich für sie beinahe wie ein Teil der eigenen Seele an. Ihr Mann teilt die Begeisterung allerdings nicht. Sein Nein bringt den Traum zurück in den Alltag und gibt der Geschichte ihren Humor. Aus dem Widerspruch zwischen Sehnsucht und Vernunft entstand der Song.
Pflaum lässt die schöne Vorstellung nicht ungestört stehen. Ein alter Wagen mag auf den ersten Blick verlockend wirken, kann aber muffig riechen und verlangt womöglich den Verzicht auf technische Annehmlichkeiten. Genau diese Einzelheiten machen den Song konkreter als eine bloße Liebeserklärung an Oldtimer. Der dialektgefärbte Text spielt mit der Frage, wie viel Wirklichkeit ein Traum verträgt. Musikalisch ist der Titel im Elektro-Swing angesiedelt. Die Ankündigung beschreibt einen Wechsel zwischen sanften und härteren Momenten sowie die Energie eines Autos mit viel PS. Anklänge an die 1980er-Jahre treffen dabei auf eine aktuelle Produktion.
Text und Musik stammen von Astrid Pflaum und Christian Knollmüller. Eine Förderung durch den ÖstMusikfond unterstützte die Umsetzung des Stücks. Veröffentlicht wird „Wüd's Violett“ bei I Bin’s Records im Eigenverlag. Im Kern erzählt Pflaum von einem Wunsch, der beim genaueren Hinsehen seine Macken hat und gerade deshalb Stoff für ein Lied bietet. Ihr Mann muss für den Oldtimer nicht Feuer fangen, damit die Geschichte funktioniert. Sein Einwand gehört ebenso dazu wie Pflaums Begeisterung. Zwischen dem violetten Lack, dem Geruch im Innenraum und der Frage nach praktischer Technik findet der Song seinen Platz.
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