Zwei Jahrzehnte unterwegs, unzählige Bühnen, ein Haufen Geschichten – und jetzt ein Album, das genau das spiegelt: „Country Sides“ von Band of Heathens ist keine nostalgische Rückschau, sondern eine musikalische Standortbestimmung mit Blick nach vorn. Die Texaner beschreiben es selbst am besten: „Ein Ritt auf einer ätherischen Welle aus Pedal Steel, mit den Füßen fest am Boden.“ Klingt poetisch? Ist es auch. Aber gleichzeitig bodenständig, groovy und ehrlich wie ein guter Roadtrip durch Americana-Land.
Seit 20 Jahren mischen die Heathens Folk, Soul, Rock und Country zu ihrem ganz eigenen Soundcocktail – diesmal mit stärkerem Fokus auf die Country-Seite ihrer musikalischen Persönlichkeit. Kein Genre-Hopping, sondern organisches Wachstum. Songs, die wie offene Landschaften klingen: Weit, staubig, warm. Und mittendrin eine Rhythm Section, die drückt, zieht und den Kopf nicken lässt. Wurlitzer-Piano und Akustikgitarre tanzen umeinander, während der mehrstimmige Gesang genau da sitzt, wo’s wehtut oder eben heilt. Country Sides ist kein Konzeptalbum, aber eines mit Haltung: Es geht ums Weitermachen, ums Wachsen, ums Bleiben – und um gute Songs, ganz simpel.
Wer hier nach glattgebügeltem Country-Pop sucht, ist falsch abgebogen. Band of Heathens liefern ein Album für alle, die Musik nicht nach Spotify-Algorithmen, sondern nach Herzschlag hören. Nach zwanzig Jahren ist klar: Diese Brüder im Geiste sind längst nicht mehr nur auf den Spuren von Legenden unterwegs – sie pflügen ihre eigene Furche durch den Country-Kosmos. Und der Blick aus dem Fenster? Könnte kaum schöner sein.