Cover: Bianca Erbe - Für Liebe gibt es kein Rezept
6/8
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„Für Liebe gibt es kein Rezept“ von Bianca Erbe

Ein Blick ins Kochbuch hilft hier nicht weiter. Bianca Erbe beschäftigt sich in „Für Liebe gibt es kein Rezept“ mit einer Sache, für die selbst die ausführlichste Schritt-für-Schritt-Anleitung ziemlich schnell an ihre Grenzen käme: der Liebe zu sich selbst. Der Song ist die letzte Vorab-Auskopplung aus ihrem kommenden Album „Jetzt erst recht“ und folgt auf die bereits veröffentlichten Titel „Jetzt erst recht“ und „Mama“. Inhaltlich geht es um Selbstzweifel, die Suche nach dem eigenen Weg und um die Erkenntnis, dass zentrale Fragen des Lebens selten mit einer einfachen Gebrauchsanweisung daherkommen. Besonders deutlich wird das beim eigenen Selbstbild. Wer bin ich? Was kann ich akzeptieren? Welche Erwartungen anderer spielen tatsächlich eine Rolle – und welche dürfen freundlich vor der Tür warten? Bianca Erbe beschreibt einen Prozess, bei dem Fehler und Zweifel nicht wegdiskutiert werden müssen. Entscheidend ist vielmehr die Bereitschaft, die eigenen Stärken genauso anzunehmen wie jene Seiten, die man vielleicht lieber noch ein paar Wochen im Keller versteckt hätte. Selbstakzeptanz erscheint im Song deshalb nicht als plötzlich erreichter Idealzustand, sondern als etwas, das Zeit und Mut verlangt.

Der Text formuliert daraus eine klare Haltung: Man muss sich nicht verbiegen, um den Vorstellungen anderer zu entsprechen. Der eigene Wert hängt nicht davon ab, wie gut man fremde Erwartungen erfüllt. Klingt auf dem Papier vernünftig, ist im Alltag allerdings bekanntlich eine etwas kompliziertere Übung. Genau dort sitzt der Kern von „Für Liebe gibt es kein Rezept“. Zweifel dürfen vorhanden sein, Fehler ebenfalls. Sie schließen weder Selbstachtung noch persönliche Entwicklung aus. Bianca Erbe greift damit ein Thema auf, das eng mit der Ausrichtung ihres kommenden Albums „Jetzt erst recht“ verknüpft ist. Persönliche Geschichten und eigene Erfahrungen bilden dort die Grundlage für Songs über Selbstvertrauen und den Umgang mit schwierigen Phasen. „Für Liebe gibt es kein Rezept“ nimmt innerhalb dieses Rahmens die Selbstliebe genauer unter die Lupe. Nicht als fertige Lösung und schon gar nicht als hübschen Spruch für die Kaffeetasse, sondern als Suche nach einem vernünftigen Verhältnis zu sich selbst. Musikalisch bleibt Erbe im Schlager, wobei zeitgemäße Elemente die persönliche Erzählweise begleiten. Der Text bekommt ausreichend Platz, schließlich hängt die Wirkung des Stücks wesentlich an seiner Aussage. Statt eine romantische Beziehung zwischen zwei Menschen zu erzählen, richtet sich der Blick nach innen. Das macht den Titel zugleich zu einer etwas anderen Liebesgeschichte.

Als letzte Single vor „Jetzt erst recht“ gibt „Für Liebe gibt es kein Rezept“ einen weiteren Hinweis darauf, welche Themen Bianca Erbe auf dem Album beschäftigen. Nach dem Titelsong und „Mama“ folgt nun ein Stück über Selbstakzeptanz, Eigenständigkeit und den Mut, den persönlichen Weg nicht permanent nach fremden Vorstellungen auszurichten. Das klingt zunächst nach einer simplen Erkenntnis. In der Praxis wird es komplizierter, sobald Selbstzweifel, Fehler und Erwartungen gleichzeitig am Tisch sitzen und alle mitreden wollen. Erbes Song hält dagegen keine fertige Formel bereit – was angesichts des Titels auch ziemlich inkonsequent wäre. Stattdessen bleibt die Aussage konkret: Die eigenen Schwächen gehören ebenso zur Person wie die Stärken, und niemand muss eine passendere Version seiner selbst spielen, nur damit sie anderen besser gefällt. Damit fügt sich die Single schlüssig in das angekündigte Konzept von „Jetzt erst recht“ ein. Das Album beschäftigt sich mit persönlichen Geschichten, Erfahrungen und der Entscheidung, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. „Für Liebe gibt es kein Rezept“ konzentriert diesen Gedanken auf das Verhältnis zu sich selbst. Keine Anleitung, keine perfekte Mischung, keine garantierte Zubereitungszeit. Bianca Erbe macht aus dieser Unsicherheit den eigentlichen Punkt des Songs: Sich selbst anzunehmen funktioniert nicht nach Plan – und vielleicht muss es das auch gar nicht.
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