Blood Red Shoes melden sich mit „Screams“ zurück
Blood Red Shoes melden sich mit „Screams“ zurück – und machen direkt klar, dass ihre kreative Pause kein Stillstand war, sondern eher ein gut gesetzter Reset. Der neue Track kommt mit ordentlich Druck, schiebt nach vorne und bleibt dabei trotzdem nah an dem, was das Duo seit jeher ausmacht: rohe Energie, klare Kanten und diese leicht düstere Grundstimmung, die sich durch ihre Songs zieht. Gleichzeitig klingt „Screams“ nicht wie ein simpler Rückgriff auf alte Zeiten. Die Produktion wirkt moderner, etwas offener, ohne die DIY-Attitüde komplett abzulegen. Genau dieser Spagat macht den Song spannend. Man hört sofort, wer hier spielt – aber eben auch, dass sie nicht einfach auf Autopilot unterwegs sind.
Hinter dem Sound stehen weiterhin Laura-Mary Carter und Steven Ansell, die als eingespieltes Duo wieder genau da anknüpfen, wo ihre Stärke liegt: Minimalismus mit maximaler Wirkung. Gitarre, Drums, zwei Stimmen – mehr braucht es nicht, um diesen dichten, fast schon drängenden Sound zu erzeugen. Gerade „Screams“ lebt davon, dass nichts überladen wirkt. Stattdessen baut sich der Track Stück für Stück auf, zieht die Spannung an und entlädt sich immer wieder in diesen typischen, leicht rauen Refrains. Dass die Band nach ihrem 20-jährigen Jubiläum und mehreren Live-Shows jetzt mit neuer Musik zurückkommt, fühlt sich dabei ziemlich stimmig an. Die Pause wurde genutzt, um neue Perspektiven reinzubringen, ohne das Fundament zu verlieren.
Auch abseits der Band war Bewegung drin: Laura-Mary Carter hat an eigenen Projekten gearbeitet, inklusive Soloalbum und Tour – unter anderem als Support für Queens of the Stone Age. Diese Erfahrungen scheinen sich jetzt subtil im Sound widerzuspiegeln. „Screams“ wirkt dadurch nicht nur wie ein Comeback-Track, sondern eher wie ein nächster Entwicklungsschritt. Gleichzeitig kündigen neue Tourdaten an, dass Blood Red Shoes wieder voll auf Live-Modus schalten. Und genau da dürfte der Song seine volle Wirkung entfalten. Unterm Strich ist „Screams“ kein vorsichtiges Herantasten, sondern ein selbstbewusster Einstieg in die nächste Phase der Band – laut, direkt und mit genug Spannung, um neugierig auf alles zu machen, was noch kommt.
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