Die Indie-Romantiker aus Chicago melden sich mit frischem Stoff: Brigitte Calls Me Baby kündigen ihr zweites Album „Irreversible“ an. Die Platte erscheint über ATO Records und soll zeigen, wie sehr sich die Band in den letzten Jahren verändert hat. Wer die Truppe schon mal live gesehen hat, weiß: Da steckt ordentlich Drama, Pathos und ein Hauch Vintage-Pop drin. Genau diese Mischung wollen sie jetzt auf Albumlänge neu aufziehen. Die erste Kostprobe heißt „Slumber Party“ – und macht direkt klar, wohin die Reise geht. Treibende Gitarren, knackige Percussion und darüber diese markante Stimme von Frontmann Wes Leavins, die irgendwo zwischen Crooner-Charme und Indie-Melancholie pendelt. Klingt nach Nachtfahrt durch eine Großstadt mit leichtem Herzklopfen im Bauch.
Hinter der Band liegen ziemlich wilde Jahre. Nach dem gefeierten Debüt „The Future Is Our Way Out“ ging es quasi nonstop auf Tour. Ausverkaufte Shows in den USA, Großbritannien und Europa standen auf dem Plan, dazu Support-Slots für Acts wie Morrissey, Muse oder Fontaines D.C. – also keine kleinen Bühnen. Parallel dazu tauchten sie auch im Fernsehen auf, etwa bei Kimmel, Kelly Clarkson oder CBS. Kurz gesagt: viel unterwegs, wenig Pause. Genau dieser Dauertrip hat die Band verändert. Die neuen Songs tragen laut Band deutlich die Spuren dieser Zeit – mehr Selbstvertrauen, mehr Mut, aber auch mehr emotionale Tiefe. Man merkt: Diese Gruppe hat auf Tour nicht nur Kilometer gesammelt, sondern auch ordentlich Geschichten.
Produziert wurde „Irreversible“ von Yves Rothman und Lawrence Rothman, die bereits mit Künstlern wie Blondshell oder Yves Tumor gearbeitet haben. Aufgenommen wurde das Ganze live im Heimstudio von Lawrence – eine ziemlich intime Atmosphäre für ein Album mit elf Tracks. Inhaltlich geht es teilweise auch in düstere Ecken. „Slumber Party“ etwa beschäftigt sich mit Isolation und dem Gefühl, sich immer weiter zurückzuziehen. Leavins sagt, er habe den Song geschrieben, während er an Menschen dachte, die so viel grübeln, dass sie irgendwann kaum noch vor die Tür gehen. Entstanden ist vieles unterwegs auf Tour – und als der Song spontan in San Diego gespielt wurde, reagierte das Publikum sofort begeistert. In diesem Moment dämmerte der Band: Das hier ist mehr als nur ein paar lose Ideen. Das wird ein Album.