Cover: BTS - ARIRANG
7/8
mix1 Bewertung

BTS melden sich mit „ARIRANG“ zurück

Wenn eine Band wie BTS ein neues Album ankündigt, ist das selten einfach nur ein Release – eher so ein globales Ereignis mit Ansage. Nach der langen Pause, die durch den verpflichtenden Militärdienst geprägt war, fühlt sich „ARIRANG“ fast wie ein Neustart an, ohne dabei die eigene Geschichte zu vergessen. Genau das macht den Vibe des Albums aus: Es geht nicht darum, wieder genau da weiterzumachen, wo alles aufgehört hat, sondern bewusst etwas Neues auszuprobieren. SUGA hat es ziemlich passend formuliert – weniger Routine, mehr Experiment. Und das hört man auch. Statt auf Nummer sicher zu gehen, bewegt sich das Album irgendwo zwischen internationalem Pop, Hip-Hop und traditionellen koreanischen Einflüssen.

Der Titel ist dabei nicht einfach nur ein schöner Name, sondern ziemlich zentral für das ganze Konzept. „Arirang“, dieses alte Volkslied, zieht sich wie ein roter Faden durch das Album und sorgt dafür, dass trotz all der internationalen Producer ein klarer Kern bleibt. Klar, Namen wie Mike WiLL Made-It, Diplo oder Ryan Tedder bringen ihre Handschrift mit rein, aber BTS verlieren sich darin nicht. Im Gegenteil: Die Mischung aus westlicher Produktion und koreanischer Tradition wirkt stellenweise überraschend organisch. Gerade im Opener „Body to Body“ zeigt sich das ziemlich deutlich, wenn moderne Beats auf Pansori-inspirierte Elemente treffen. Das klingt erstmal wie ein wilder Mix, funktioniert aber besser, als man denkt. Es fühlt sich weniger wie ein Crossover an und mehr wie ein bewusst gesetztes Statement: Wir sind global, aber wir wissen genau, wo wir herkommen.

Auch die einzelnen Tracks zeigen, dass BTS nicht einfach nur zurück sind, sondern sich weiterentwickelt haben. „SWIM“ geht eher in eine ruhige, fast schon verträumte Richtung und wirkt wie ein kleiner Gegenpol zum sonst oft durchgetakteten Leben. „Hooligan“ dagegen spielt mit härteren Sounds und bringt diese leicht chaotische Energie rein, die man von der Gruppe kennt. Und dann gibt’s mit „Merry Go Round“ noch diesen melancholischen Touch, der hängen bleibt, ohne kitschig zu werden. Was das Album insgesamt zusammenhält, ist aber weniger der Sound als die Dynamik innerhalb der Gruppe. Nach so vielen Jahren merkt man einfach, dass hier nicht nur Kollegen zusammenarbeiten, sondern ein eingespieltes Team, das sich blind versteht. „ARIRANG“ ist damit kein lautes Comeback-Feuerwerk, sondern eher ein durchdachter Schritt nach vorne – einer, der zeigt, dass BTS auch nach der Pause noch ziemlich viel zu sagen haben.

Tracklist

01 Body to Body 03:10
03:10
02 Hooligan 03:02
03:02
03 Aliens 02:48
02:48
04 Fya 03:01
03:01
05 2.0 02:50
02:50
06 No. 29 01:38
01:38
07 Swim 02:39
02:39
08 Merry Go Round 03:50
03:50
09 Normal 03:05
03:05
10 Like Animals 03:10
03:10
11 they don’t know ’bout us 02:44
02:44
12 One More Night 02:48
02:48
13 Please 02:53
02:53
14 Into the Sun 03:48
03:48