Cover: BUDDY - Genau mein Ding
7/8
mix1 Bewertung

„Genau mein Ding“: Buddy zwischen Party und Haltung

Wer seit vielen Jahren im Musikgeschäft unterwegs ist, muss irgendwann nicht mehr lange überlegen, welche Richtung zu ihm passt. Buddy hat diese Frage für sich offenbar beantwortet. „Genau mein Ding“ dreht sich um Selbstvertrauen, den eigenen Geschmack und eine ziemlich simple Erkenntnis: Man muss nicht jeden Trend mitmachen und schon gar nicht jedem gefallen. Der Song greift damit ein Thema auf, das gut zu einem Musiker passt, dessen Karriere längst nicht bei einer einzigen erfolgreichen Nummer stehen geblieben ist. Trotzdem führt an „Ab in den Süden“ kein Weg vorbei. Der Titel machte Buddy einem großen Publikum bekannt und entwickelte sich zum festen Bestandteil der deutschsprachigen Partyszene. Bei „Genau mein Ding“ geht es nun weniger um geografische Fluchtrichtungen als um die persönliche. Buddy beschreibt eine Haltung, bei der Entscheidungen nicht nach dem Beifall anderer getroffen werden. Sich verbiegen, nur um irgendwo hineinzupassen? Eher nicht. Der Titel fasst diese Einstellung schon ziemlich kompakt zusammen.

Musikalisch bleibt das Stück klar im Partybereich. Ein eingängiger Refrain, hohes Energielevel und eine Ausrichtung auf Mitsingen, Tanzen und Feiern bestimmen die Nummer. Humor und Selbstironie gehören ebenfalls dazu. Das ist wichtig, denn „Genau mein Ding“ behandelt Selbstbewusstsein nicht mit erhobenem Zeigefinger. Buddy nimmt das Thema wesentlich lockerer und mit jener Portion Attitüde, die zum Inhalt passt. Hinter der unkomplizierten Oberfläche steckt trotzdem ein konkreter Gedanke: Das eigene Leben sollte nicht permanent danach ausgerichtet werden, was andere erwarten. Man darf Dinge ablehnen, muss nicht überall mitziehen und kann Entscheidungen danach treffen, was sich für einen selbst richtig anfühlt. Gerade im Party-Kontext ist das eine angenehm bodenständige Botschaft. Keine Lebensphilosophie in zwölf Kapiteln, sondern ein Gedanke, der in einen Refrain passt und sich beim Feiern vermutlich leichter merken lässt als ein Ratgeber mit 300 Seiten. Dass Buddy dafür ausgerechnet einen Song wählt, der auf direkte Zugänglichkeit und einen schnell erfassbaren Refrain ausgelegt ist, passt zur Idee. Der Inhalt soll schließlich nicht erst nach dem fünften Durchlauf entschlüsselt werden.

Nach zahlreichen Jahren im Geschäft kennt Buddy seine musikalische Heimat, ohne daraus eine starre Schublade zu machen. „Genau mein Ding“ bleibt eng mit der deutschsprachigen Partywelt verbunden, in der sein Name spätestens seit „Ab in den Süden“ fest verankert ist. Gleichzeitig geht es diesmal ausdrücklich um seinen eigenen Kurs. Gute Laune, Humor und Selbstironie treffen auf einen Text über persönliche Freiheit und die Entscheidung, nicht sämtliche Erwartungen anderer erfüllen zu wollen. Das funktioniert ohne komplizierte Geschichte: Buddy macht sein Ding und erklärt ziemlich direkt, warum er darin keinen Widerspruch sieht. Interessant ist dabei der selbstbewusste Ton, der sich nicht völlig ernst nimmt. Schließlich kann eine Nummer übers eigene Selbstvertrauen schnell unangenehm großspurig geraten. Hier gehört der Humor ausdrücklich zum Konzept. „Genau mein Ding“ erscheint bei der ARTCOM Music Group und reiht sich damit in Buddys langjährige Arbeit als deutschsprachiger Partyinterpret ein. Wer ihn bislang vor allem mit seinem Dauerbrenner „Ab in den Süden“ verbindet, bekommt einen aktuellen Titel, dessen Thema stärker auf die Person hinter der Partyfigur zielt: wissen, was einem liegt, wissen, was man möchte – und sich nicht jedes Mal eine Genehmigung dafür abholen. Oder deutlich kürzer, wie Buddy es selbst formuliert: das eigene Ding machen.
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