Cover: CÉLINE - Plan B (WE LOVE UDO)
7/8
Eigene Redaktionseinschätzung
Single

Plan B (WE LOVE UDO)

CÉLINE

Label: Warner Music International
Kategorie: Pop | Pop national
Veröffentlichung: 27.02.2026

CÉLINE startet Udo Lindenberg-Jahr mit „Plan B“

Das musikalische Udo-Jahr nimmt Fahrt auf – und den ersten Akzent setzt CÉLINE. Mit ihrer Neuinterpretation von „Plan B“ eröffnet sie das Tribute-Projekt „WE UDO – Das Udo Lindenberg Tribute Album“, das zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg erscheint. Neben ihr sind Namen am Start, die man nicht mal eben in eine Playlist quetscht: Hans Zimmer, Peter Maffay, Tokio Hotel, Johannes Oerding, Ina Müller, Michael Schulte, Max Giesinger, Alli Neumann und Inga Humpe. Klingt nach Generationentreffen mit ordentlich Haltung – und genau das ist es auch.

CÉLINE schnappt sich mit „Plan B“ keinen x-beliebigen Song aus dem Lindenberg-Kosmos, sondern einen, der tief im kollektiven Pop-Gedächtnis verankert ist. Im Original ein selbstbewusstes Ich-Statement, fast schon trotzig in seiner Rock-Attitüde. In ihrer Version verschiebt sie den Fokus radikal. Aus der Perspektive des unangepassten „Ufomanns“ wird plötzlich die Innenansicht einer Frau, die genug davon hat, immer nur zweite Wahl zu sein. „Denn dein Plan B will ich nicht sein“ – diese Zeile wirkt hier nicht wie eine Randnotiz, sondern wie ein Befreiungsschlag. Es geht um den Moment, in dem man merkt: Liebe darf nicht heißen, sich selbst zu verlieren. Und genau da setzt ihre Interpretation an – leise, aber mit klarer Kante.

Musikalisch fährt CÉLINE alles runter, was man runterfahren kann, ohne die Spannung zu verlieren. Weite Pianoflächen, sanfte Streicher, eine reduzierte Produktion, die viel Raum lässt für Zwischentöne. Kein großes Rock-Pathos, kein Bühnenfeuerwerk – stattdessen eine fragile Klarheit, die unter die Haut geht. Ihre Stimme trägt den Song mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit. Man hört die Abrechnung, aber auch die Selbstermächtigung. CÉLINE sagt selbst, dass Udo Lindenberg für sie nie nur Musiker, sondern immer Künstlerpersönlichkeit war. Genau dieses Bewusstsein spürt man hier: Respekt vor dem Original, aber keine Angst vor einer eigenen Haltung. „WE LOVE UDO“ startet damit nicht nostalgisch, sondern überraschend gegenwärtig – und zeigt, wie zeitlos diese Songs wirklich sind.

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