Cover: CARIA - Mädchen wie ich
7/8
mix1 Bewertung
Album

Mädchen wie ich

CARIA

Label: brillJant sounds
Kategorie: Pop | Pop national
Veröffentlichung: 29.05.2026
Produkt erhältlich bei:

CARIA machen Pop mit Ecken und Kanten

CARIA sind definitiv kein Projekt, das einfach nur nebenbei durch Playlisten rauscht. Hinter dem Bandnamen steckt ein Sound, der unterschiedlichste Einflüsse zusammenbringt und dabei trotzdem überraschend eigenständig wirkt. Sängerin Carina Castillo verbindet ihre Wurzeln aus Panama, der Ukraine und Norddeutschland mit urbanen Beats, elektronischen Sounds und einer Menge Energie. Gemeinsam mit Produzent und Multiinstrumentalist Philipp Krätzer entstand das Debütalbum „Mädchen wie ich“, das irgendwo zwischen Club-Vibe, persönlichem Tagebuch und gesellschaftlichem Kommentar pendelt. Musikalisch erinnert das Ganze stellenweise an Artists wie Deichkind, Nina Chuba oder Peter Fox, wirkt aber deutlich kantiger und weniger glattgebügelt.

Besonders spannend wird das Album durch seine Texte. CARIA erzählen nicht einfach Geschichten für gute Stimmung, sondern greifen Themen auf, die oft unangenehm nah an der Realität liegen. Der Titelsong „Mädchen wie ich“ gehört dabei zu den emotionalsten Momenten des Albums. Zwischen Selbstzweifeln, kulturellen Erwartungen und Erfahrungen mit Ausgrenzung beschreibt Carina das Gefühl, in keine Schublade richtig hineinzupassen. Gleichzeitig zeigt „Boss Avatar“ eine deutlich provokantere Seite. Der Song beschäftigt sich mit oberflächlichen Blicken auf Künstlerinnen und mit der Männerdominanz in der Musikszene. Auch Tracks wie „Zombie“ bleiben hängen, weil sie dieses digitale Dauerrauschen unserer Gesellschaft ziemlich direkt spiegeln. Statt romantischer Social-Media-Welt geht es hier um Menschen im Autopilot-Modus zwischen Scrollen, Reizüberflutung und völliger Erschöpfung. Mit „Himmel“ wird es dagegen ruhiger und fast träumerisch — Synth-Wave-Sounds treffen auf Naturbilder und den Wunsch nach innerem Wachstum.

Live entwickelt sich CARIA vom Duo zur kompletten Band. Gemeinsam mit Andreas Böhm am Bass und Mathias Ruck am Schlagzeug setzen sie auf handgemachte Musik, die auf der Bühne bewusst lebendig bleiben soll. Genau das passt auch zum gesamten Projekt: Hier klingt nichts austauschbar oder perfekt geschniegelt. Statt auf schnelle Trends oder algorithmusfreundliche Songs zu setzen, wollen CARIA Musik machen, die nachwirkt und auch mal unbequem sein darf. Gerade diese Mischung aus tanzbaren Beats, klarer Haltung und kulturellen Einflüssen macht „Mädchen wie ich“ zu einem Album, das man nicht einfach nebenbei hört und direkt wieder vergisst.

Tracklist

01. Boss Avatar (Extended Boss Version) – 02:46
02. Zombies – 03:22
03. Panama – 03:05
04. Deja Vu – 03:23
05. Täglich grüßt das Kerngeschäft – 03:36
06. Ein bisschen Endzeit – 02:52
07. Nerdy Boy – 02:41
08. Optima Prime – 03:40
09. Nicht allein – 03:58
10. Himmel – 03:18
11. Mädchen wie ich – 06:00


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