Cover: Cassia - lovedrunk
6/8
mix1 Bewertung

Cassia: Indie-Pop trifft globale Rhythmen

Mit „Lovedrunk“ starten Cassia ins neue Jahr – und machen direkt klar, dass sie sich nicht auf ihrem bisherigen Sound ausruhen. Die Single fühlt sich wie ein Aufbruch an: mehr Rhythmus, mehr Bewegung, aber gleichzeitig auch mehr Gefühl zwischen den Zeilen. Inhaltlich geht’s um diesen ganz bestimmten Moment am Anfang einer Beziehung, wenn alles noch neu ist und sich irgendwie intensiver anfühlt als sonst. Dieses leicht schwindelige Verliebtsein zieht sich durch den ganzen Track – nicht kitschig, sondern eher ruhig beobachtet. Genau das macht „Lovedrunk“ so greifbar.

Musikalisch drehen Cassia ihr Setup spürbar weiter. Die handgetrommelten Rhythmen geben dem Song eine organische Energie, während die Synths für diesen weiten, fast schwebenden Sound sorgen. Man hört Einflüsse aus verschiedenen Ecken – von Indie über globale Rhythmen bis hin zu elektronischen Elementen – ohne dass es auseinanderfällt. Gerade diese Mischung wirkt wie das Ergebnis ihrer letzten Tour und Reisen, unter anderem nach Berlin. Der Track bleibt tanzbar, hat aber gleichzeitig eine gewisse Tiefe, die ihn von klassischen Indie-Pop-Songs abhebt. Es ist weniger „Sommerhit“ und mehr ein Song für diese Nächte, die ein bisschen länger dauern als geplant.

Im Kontext ihrer bisherigen Releases wirkt „Lovedrunk“ wie ein bewusster Schritt nach vorne. Nach dem Erfolg von „everyone, outside“ gehen Cassia nicht auf Nummer sicher, sondern öffnen ihren Sound weiter. Die Single ist damit weniger ein einzelner Track als ein Hinweis darauf, wohin die Reise geht. Mehr Selbstreflexion, ohne die Energie zu verlieren – genau dieses Gleichgewicht macht den Song spannend. Und wenn das der Startschuss für das nächste Kapitel ist, dann wird das ziemlich vielseitig.

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