Mit „Fahrt ins Blaue“ schlägt Chapo102 das nächste Kapitel auf – und das fühlt sich deutlich offener an als alles davor. Wer ihn noch aus den frühen Hip-Hop-Tagen kennt, merkt schnell: Der Sound hat sich weiterentwickelt. Rap bleibt zwar irgendwo die Basis, aber inzwischen mischen sich Pop- und Indie-Elemente ganz selbstverständlich rein. Das wirkt nicht wie ein Stilwechsel auf Krampf, sondern eher wie ein natürlicher Schritt nach vorne.
Nach dem Erfolg von „Helldunkel“ und einer ausverkauften Tour samt Festivalsommer geht Chapo102 jetzt den nächsten Move – und der hat nicht nur musikalisch Gewicht. Mit Release-Shows in Hamburg und Berlin sowie einem eigenen Pop-up-Store bringt er das Album direkt zu den Fans. Das passt ganz gut zu seinem Stil: nahbar, direkt und nicht nur auf Streaming reduziert. „Fahrt ins Blaue“ klingt dabei wie ein Titel, der bewusst offen gehalten ist – ein bisschen Aufbruch, ein bisschen Planlosigkeit, aber genau darin liegt ja oft der Reiz.
Auch inhaltlich dürfte das Album genau in diese Richtung gehen: weniger klare Grenzen, mehr Gefühl für Moment und Stimmung. Chapo102 bewegt sich inzwischen ziemlich sicher zwischen Genres und zeigt, dass er sich nicht festlegen lassen will. Die geplante „Tour ins Blaue“ zum Jahresende unterstreicht das nochmal – das Ganze ist nicht nur ein Release, sondern ein Konzept, das sich durchzieht. Und genau das macht’s spannend: Man weiß nicht ganz, was kommt, aber genau deshalb will man reinhören.