Cover: Chille en Kölle - Ich ben en Kölle
6/8
mix1 Bewertung
Single

Ich ben en Kölle

Chille en Kölle

Label: Na Klar! Records
Kategorie: Pop | Mundart
Veröffentlichung: 10.04.2026

Chille en Kölle: "Ich ben en Kölle" liefert feinen Kölsch-Pop

Mit „Ich ben en Kölle“ zeigen Chille en Kölle ziemlich entspannt, wie moderner Kölsch-Pop auch ohne großes Tamtam funktionieren kann. Hinter dem Namen stecken Susanne Riemer und Wilhelm Geschwind, die schon seit Jahren zusammen Musik machen und jetzt mit neuem Namen nochmal einen kleinen Neustart wagen. Der Song selbst fühlt sich an wie ein Spaziergang durch Köln an einem guten Tag: locker, nahbar und mit genau der richtigen Portion Heimatgefühl. Kein übertriebener Pathos, sondern eher dieses „So ist es halt hier“-Feeling, das direkt hängen bleibt.

Spannend wird’s vor allem durch die Zusammenarbeit mit Helmuth Rüssmann. Der hat schon mit Acts wie Brings oder Howard Carpendale gearbeitet und bringt diese „alte Schule“-Herangehensweise mit ins Studio. Bedeutet: weniger Technik-Spielereien, mehr Fokus auf Gefühl und Details. Laut den beiden läuft das ziemlich direkt ab – ein kurzer Kommentar hier, eine kleine Änderung da, und plötzlich sitzt der Song. Gerade diese Mischung aus Erfahrung und Spontanität scheint den Sound von „Ich ben en Kölle“ zu prägen. Man hört, dass da jemand mitarbeitet, der nicht alles glattbügeln will, sondern genau die Ecken stehen lässt, die den Track interessant machen.

Musikalisch bleibt das Duo dabei bewusst eigen. Susanne Riemers Songwriting geht nicht immer den einfachsten Weg, die Melodien bewegen sich, wechseln die Richtung, wirken fast ein bisschen schwebend. Gleichzeitig wird versucht, das Ganze zugänglicher zu machen, ohne den eigenen Stil zu verlieren. Genau dieser Spagat macht den Reiz aus: ein bisschen Indie, ein bisschen Mundart, ein bisschen Pop – aber nichts davon komplett durchgezogen. Stattdessen entsteht ein Sound, der sich nicht sofort in eine Schublade packen lässt. „Ich ben en Kölle“ ist damit kein klassischer Party-Kölsch-Track, sondern eher was für zwischendurch, wenn man einfach mal kurz abschalten will. Und genau deshalb funktioniert er so gut.

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