Chris Elbers bringt Italo-Flair in „Bella Fantastica“
Italien funktioniert im Schlager bekanntlich ziemlich zuverlässig. Ein bisschen Sonne, eine Prise „La Dolce Vita“, zwei Menschen mit Interesse aneinander – und schon fehlt eigentlich nur noch der passende Refrain. Chris Elbers greift diese Zutaten für „Bella Fantastica“ auf, schaut musikalisch allerdings nicht nur Richtung Süden, sondern auch einige Jahrzehnte zurück. Der Song orientiert sich gezielt am großen Popsound der 80er-Jahre und nimmt Elemente dieser Ära als Grundlage für seine Produktion. Inhaltlich bleibt die Sache mediterran: Erzählt wird von italienischem Lebensgefühl und der Anziehung zwischen einer Frau und einem Mann. Sonne, Leidenschaft und Sehnsucht bestimmen die Szenerie. „Bella Fantastica“ versucht dabei nicht, eine komplizierte Beziehungsgeschichte mit überraschender Schlusswendung unterzubringen. Das Bild ist bewusst klar gehalten und lebt von seiner italienischen Kulisse. Entscheidend für den Titel ist deshalb mindestens ebenso sehr die musikalische Ausgestaltung. Die Hook wurde als schnell wiedererkennbares Element angelegt, während die Produktion druckvoll und energiebetont ausfällt. So trifft die romantische Italien-Idee auf einen Sound, dessen Referenzpunkt ausdrücklich in den Achtzigern liegt. Wer beim Stichwort Italo-Feeling gedanklich schon den Autoschlüssel für die Fahrt Richtung Adria sucht, hat die Szenerie vermutlich ziemlich schnell verstanden.
Hinter „Bella Fantastica“ stehen zwei konkrete Namen. Musik und Text stammen von Bernd Havixbeck, produziert wurde die Single von Thomas Michael Lackmann. Gerade diese Angaben sind interessant, weil der Song laut Vorlage bewusst mit Merkmalen einer bestimmten musikalischen Epoche arbeitet. Statt die 80er lediglich über das Etikett „Retro“ aufzurufen, werden deren klangliche Elemente gezielt in die Produktion aufgenommen und mit einem druckvolleren gegenwärtigen Klangbild kombiniert. Welche Instrumente, Synthesizer oder Produktionstechniken dabei im Einzelnen verwendet wurden, wird allerdings nicht genannt. Alles Weitere wäre deshalb Spekulation. Klar beschrieben ist dagegen die Funktion der Hook: Sie soll sich früh festsetzen und gehört damit zu den prägenden Bausteinen des Stücks. Inhalt und musikalische Richtung greifen dabei logisch ineinander. Italienisches Lebensgefühl und 80er-Referenzen sind schließlich keine völlig fremde Kombination; die Popgeschichte jener Zeit hatte bekanntlich eine ausgeprägte Vorliebe für große Melodien, sonnige Sehnsuchtsorte und italienisch angehauchte Titel. Chris Elbers nutzt diese Verbindung für einen Schlager, der seine Bilder ohne große Umwege aufbaut. Frau trifft Mann, Anziehung trifft Sehnsucht, dazu Sonne und „La Dolce Vita“. Manchmal darf eine Geschichte auch einfach wissen, wann sie genug Gepäck für die Reise dabei hat.
Veröffentlicht wird „Bella Fantastica“ über Fiesta Records, als Ansprechpartner wird Andreas Rosmiarek genannt. Für Chris Elbers ist der Titel eine weitere Veröffentlichung seiner bisherigen Laufbahn, wobei die Vorlage ihn ausdrücklich als einen Song beschreibt, der innerhalb seines bisherigen Materials aus der Reihe fällt. Das lässt sich vor allem an der klar benannten 80er-Ausrichtung und dem Italo-Thema festmachen. Eine belastbare Einordnung als größter oder stärkster Titel seiner Karriere wäre dagegen Geschmackssache und lässt sich vor Veröffentlichung kaum seriös feststellen. Spannender sind ohnehin die nachprüfbaren Eckpunkte: Bernd Havixbeck verantwortet Komposition und Text, Thomas Michael Lackmann die Produktion, Fiesta Records übernimmt die Veröffentlichung. Dazu kommt eine Geschichte, die ihre komplette Urlaubskulisse schon im Titel ankündigt. „Bella Fantastica“ arbeitet mit dem Reiz italienischer Sommerbilder, ohne dafür einen Reiseführer aufschlagen zu müssen. Das Verhältnis zwischen Frau und Mann bildet den erzählerischen Kern, die musikalische Gestaltung schaut deutlich Richtung 80er. Damit landet Chris Elbers bei einem Schlager, dessen Konzept schnell zu erkennen ist: italienische Sehnsucht, eine markante Hook und eine Produktion mit bewusst gewählten Retro-Bezügen. Mehr braucht es für diesen Ausflug nicht. Sonnenbrille kann trotzdem nicht schaden.
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