„Apolo“: Clara Febré singt vom Loslassen und Zurückkommen
Clara Febré beginnt ihre neue Single „Apolo“ mit einer Unsicherheit: Sie weiß nicht, wohin es geht. Schließt sie die Augen, fühlt es sich an, als könnte sie an einen anderen Ort schweben. Die argentinische Sängerin und Songwriterin beschreibt dieses Loslösen in einem Indie-Folk-Song, der anschließend zur Gegenwart zurückführt. Die Gitarre hält die einzelnen Abschnitte zusammen, das Arrangement bleibt nah an ihrer Stimme. So begleitet die Musik sowohl das gedankliche Forttreiben als auch das Ankommen im Raum, in dem man sich gerade befindet.
Im weiteren Verlauf richtet Febré das Lied direkt an die Zuhörenden. Es soll einen Platz bieten, an dem sie etwas ablegen und sich wiegen lassen können. Die Berührung mit Apolo bringt die Erzählerin zurück ins Hier und Jetzt. Ob der Name für einen Menschen, ein Ritual oder einen kurzen Lichtmoment steht, bleibt offen. Danach tauchen Leinwand und Pinsel auf. Auf das Schweben folgt eine konkrete Handlung: Jetzt müssen die Pinsel eingeweicht werden. Zum Schluss greift der Text auf, was zurückgeblieben ist. Eine gemeinsam zu entschärfende Bombe und Farben, die aus einer sich öffnenden Höhle freikommen, bilden die letzten Bilder des Songs. Das Loslassen wird damit in mehreren Szenen erzählt, ohne eine eindeutige Erklärung vorzugeben.
„Apolo“ knüpft an Themen an, mit denen sich Febré auch in anderen Arbeiten beschäftigt: Stille, Trauer und die langsame Rückkehr von Farbe. Die Musikerin heißt vollständig Clara Fernández Febré und lebt in Argentinien. Neben ihrer Arbeit als Sängerin und Songwriterin ist sie ausgebildete Musiktherapeutin und Doula mit einem Schwerpunkt auf Trauer im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt. Ihre Songs bewegen sich zwischen persönlichen Erfahrungen und der Begleitung anderer Menschen. „Apolo“ erscheint über Glowing Records und ist auf den gängigen Streamingplattformen erhältlich.
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