Claus Rennert legt mit seinem zweiten Album „Heiligendorf“ nach und zeigt ziemlich klar, wo seine musikalische Reise hingeht: eingängiger Pop mit Gefühl, ohne dabei zu kitschig zu werden. Die Songs bewegen sich irgendwo zwischen ruhigen Balladen und klassischen Radiotracks, die man sich auch problemlos beim Autofahren oder an einem entspannten Abend geben kann. Dabei merkt man schnell, dass hier jemand am Werk ist, der sein Handwerk versteht und ein gutes Gespür für Melodien hat. Zusammen mit Carsten Litfin entstehen Tracks, die nicht groß experimentieren wollen, sondern eher auf solide Qualität setzen – und genau das funktioniert überraschend gut.
Interessant wird’s vor allem durch die Unterstützung von Rainer Schumann, der als Drummer nochmal eine ganz eigene Note reinbringt. Sein Einfluss sorgt dafür, dass die Songs nicht zu glatt wirken, sondern an den richtigen Stellen Druck bekommen. Das hebt das Album angenehm von vielen generischen Popproduktionen ab. Generell wirkt „Heiligendorf“ wie ein Projekt, das nicht auf schnellen Hype aus ist, sondern eher langfristig gehört werden will. Die Produktion im StudioLitfin in Hannover klingt sauber und durchdacht, ohne steril zu wirken – ein schmaler Grat, der hier gut getroffen wird.
Unterm Strich ist „Heiligendorf“ kein Album, das laut nach Aufmerksamkeit schreit, sondern eher eins, das sich still und heimlich in Playlists einschleicht. Wer auf ehrliche Popsongs mit Gefühl steht und keine Lust auf überproduzierte Chart-Hits hat, dürfte hier fündig werden. Es ist Musik, die nicht alles neu erfindet, aber genau weiß, was sie sein will – und das zieht sie konsequent durch. Gerade diese Bodenständigkeit macht das Ganze am Ende ziemlich sympathisch.