Bei Die Buben im Pelz liegen düstere Gedanken und bissiger Humor nah beieinander. Auf ihrem Album „Menschen ohne Freunde“ mischt die österreichische Band persönliche Erfahrungen mit Beobachtungen aus Wien. Die Songs erzählen von Vergänglichkeit und Isolation, lassen aber auch neue Anfänge und den kurzen Moment großer Liebe zu. Dazu kommen Post-Punk und rauer Wiener Dialekt. Die morbide Melancholie gehört zum Ton der Platte, ebenso die Bereitschaft, selbst den finsteren Seiten mit einer spitzen Bemerkung zu begegnen. Das Romantische bekommt seinen Platz, ohne dass die Songs ihre dunkleren Gedanken ausblenden.
▶
Mit Klick wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an YouTube übertragen.
Musikalisch wechselt das Album zwischen verletzlichen, angeschlagenen Momenten und einer weicheren, leichtfüßigen Stimmung. Die Ankündigung beschreibt diese Seite mit dem Bild von Zuckerwatte aus dem Wiener Prater. Das passt zur Spannweite der Songs: Neben Isolation und Abschied stehen Nähe, Liebe und die Möglichkeit, noch einmal anzufangen. Die Stadt an der Donau ist dabei mehr als eine Ortsangabe. Beobachtungen aus ihrem Alltag fließen gemeinsam mit persönlichen Erlebnissen in die Texte ein. Der Wiener Dialekt gibt diesen Geschichten ihre Sprache, der bissige Humor gehört fest dazu. So begegnen sich auf „Menschen ohne Freunde“ das Sinistre und das Romantische, manchmal innerhalb derselben Stimmung. Die Songs können verwundet klingen und im nächsten Moment wieder eine leichtere Seite zeigen.
Auch das Cover kommt aus dem direkten Umfeld der Band. Verantwortlich ist der bildende Künstler Roland Reiter, der bei Die Buben im Pelz zugleich hinter dem Schlagzeug sitzt. Für das Artwork wird seine Skulptur „Henry & Paul“ verwendet. Damit steuert Reiter sowohl zum musikalischen als auch zum visuellen Teil des Albums bei. „Menschen ohne Freunde“ erscheint über Noise Appeal Records. Die Band, die zu den frühen Vertretern der österreichischen Dialekt-Welle zählt, führt darauf ihre Verbindung aus Wiener Sprache, Post-Punk, morbider Melancholie und bissigem Humor weiter.