Acht Jahre Pause sind im Metal eine ziemlich lange Zeit. Genau deshalb dürfte „Grand Serpent Rising“ für viele Fans von Dimmu Borgir wie ein gewaltiger Einschlag wirken. Die norwegischen Symphonic-Black-Metal-Veteranen melden sich mit einem Album zurück, das bewusst groß, düster und maximal episch gedacht ist. Schon nach den ersten Songs wird klar, dass die Band keine halben Sachen machen wollte. Die dreizehn neuen Tracks verbinden brutale Black-Metal-Wucht mit diesen gigantischen orchestralen Momenten, für die Dimmu Borgir seit Jahren bekannt sind. Dabei klingt das Album gleichzeitig vertraut und überraschend vielseitig.
Frontmann Shagrath beschreibt die Platte selbst als eine Art Zusammenfassung aller bisherigen Bandphasen. Genau das hört man auch heraus. Manche Passagen erinnern an die rohe Härte früherer Jahre, andere an die bombastischen Produktionen von „Death Cult Armageddon“. Trotzdem wirkt „Grand Serpent Rising“ nicht wie eine reine Nostalgieshow. Vielmehr klingt es so, als würde die Band ihr komplettes musikalisches Erbe einmal durch den Fleischwolf drehen und daraus etwas Neues bauen. Besonders spannend ist dabei die Symbolik hinter dem Titel. Für Gitarrist Silenoz steht die Schlange nicht für Zerstörung, sondern für Erneuerung und Wachstum. Dieses Bild zieht sich praktisch durch das gesamte Album: alte Haut abstreifen, neu anfangen und trotzdem dieselbe dunkle Energie behalten.
Auch hinter den Kulissen setzt die Band auf vertraute Stärke. Produziert wurde das Album erneut mit Fredrik Nordström in Göteborg, der schon bei wichtigen Dimmu-Borgir-Alben seine Finger im Spiel hatte. Das hört man der Produktion deutlich an. Alles klingt massiv, klar und trotzdem angenehm bedrohlich. Die orchestralen Elemente wirken riesig, ohne die Gitarren zu erdrücken, während die Blastbeats wie ein Dauersturm über allem liegen. „Grand Serpent Rising“ zeigt deshalb ziemlich eindrucksvoll, warum Dimmu Borgir weiterhin zu den wichtigsten Namen im extremen Metal gehören. Die Band schafft es erneut, Chaos, Atmosphäre und Größe so miteinander zu verbinden, dass daraus etwas entsteht, das gleichzeitig zerstörerisch und faszinierend klingt.