Der in Galway geborene und inzwischen in Manchester heimisch gewordene Musiker Dove Ellis hat am 5. Dezember sein erstes Album „Blizzard“ veröffentlicht – digital zunächst, die Vinyl-Version folgt im April. Herausgebracht wurde das Ganze über AMF/Black Butter Records, aufgenommen wurde zwischen London und Liverpool, produziert vom Künstler höchstselbst. Unterstützung beim Mix bekam Ellis von Sophie Ellis (nicht verwandt, aber musikalisch auf Augenhöhe) und Andrew Sarlo, bekannt für seine Arbeit mit Big Thief. So viel zur Hard-Fact-Front – und jetzt zum Sound: „Blizzard“ ist kein aufdringliches Album, sondern eines, das sich langsam aber eindringlich entfaltet, als hätte jemand einem Schneesturm beigebracht, wie man flüstert.
Dove Ellis’ Karriere startete gerade erst so richtig durch – seine Debüt-Single „To The Sandals“ erschien im September, nur wenige Monate vor dem Album. Trotzdem hat er bereits eine stattliche Tourbilanz vorzuweisen: Als Support für die New Yorker Indie-Rocker Geese tourte er durch die USA, mit eigenen Shows in New York, Los Angeles und London. Und auch das zweite Headliner-Konzert in London im Dezember war ruckzuck ausverkauft – ein klares Zeichen dafür, dass hier jemand nicht nur zufällig auf dem Radar auftaucht. Dove scheint nicht auf schnellen Hype zu setzen, sondern auf langfristige Bindung. Die Musik? Hypnotisch, warm, ein bisschen schräg – aber auf eine gute Art.
Das Album selbst beschreibt Dove Ellis als „für Freunde gemacht“ – und genau so fühlt es sich auch an. Kein großes Pathos, keine überproduzierten Spielereien, sondern intime, gut beobachtete Songminiaturen, die trotz aller Zurückhaltung erstaunlich eindringlich sind. Wer noch tiefer eintauchen will, kann sich die minimalistisch gefilmte Session im Old Operating Theatre in London ansehen, in der einige Songs des Albums in ihrer pursten Form zu hören sind. Ein stiller, aber selbstbewusster Start für einen Künstler, dem man besser frühzeitig zuhört. Denn „Blizzard“ ist nicht einfach ein Album – es ist ein Versprechen.