Yeehaw, der Cowboy ist zurück – und diesmal bringt er ordentlich Staub mit. Mit „Tumbleweed“ liefert Drake Milligan sein bislang persönlichstes und vielseitigstes Werk ab. 14 Songs stark, produziert von Trent Willmon, klingt das neue Album wie ein Roadtrip durch die texanische Seele: mal rau, mal romantisch, immer mit viel Herz und noch mehr Gitarren. Milligan, der spätestens seit seinem Auftritt bei „America’s Got Talent“ auf dem Radar aller Country-Fans ist, mischt hier klassischen Texas-Sound mit modernem Nashville-Flair, Western Swing und jeder Menge ehrlicher Geschichten.
„Das ist genau das Album, das ich immer machen wollte“, sagt er – und das hört man. Songs wie „Goodbye Ain’t All That Bad“ zeigen seinen Sinn für Humor, während seine Stimme locker zwischen Honky-Tonk-Charme und Storytelling-Power pendelt. Da wird nicht rumgeschmachtet – da wird gelebt, gelacht, gelitten. Und gesoffen natürlich auch. Spätestens beim letzten Song, „How Much Beer“, weiß man: Dieser Typ nimmt Country ernst – aber nicht zu ernst. Gemeinsam mit Randall King liefert er eine wunderbar schräge Hymne an den Barhocker, das Feierabendbier und das Flackern der Neonlichter. Prost, Kumpel.
Tumbleweed ist kein glatt gebügeltes Radioalbum, sondern fühlt sich an wie eine abgewetzte Lederjacke – voller Geschichten, Ecken und Kanten. Milligan schafft es, den Spagat zwischen Nostalgie und Frische zu halten, ohne sich zu verbiegen. Egal ob du Country-Fan der alten Schule bist oder neu im Sattel sitzt: Dieses Album ist dein Soundtrack für lange Fahrten, kurze Nächte und alles dazwischen.