Cover: Drews Cordalis Petry - Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie
7/8
mix1 Bewertung
Single

Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie

Drews Cordalis Petry

Label: FIESTA RECORDS
Kategorie: Schlager | Popschlager
Veröffentlichung: 11.09.2026
Promotion: Song promoten?
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DREWS CORDALIS PETRY greifen Jürgen-Drews-Hit neu auf

Drei Nachnamen, bei denen selbst Menschen mit eher sporadischem Schlagerkontakt ziemlich schnell wissen, worum es geht: DREWS CORDALIS PETRY vereint Joelina Drews, Lucas Cordalis und Achim Petry. Hinter dem Trio steckt allerdings mehr als eine gut sortierte Familienchronik der deutschen Unterhaltungsmusik. Joelina ist die Tochter von Jürgen Drews, Lucas der Sohn von Costa Cordalis und Achim der Sohn von Wolfgang Petry. Die Idee für das gemeinsame Projekt entstand Anfang 2023. Seitdem beschäftigen sich die drei mit Songs ihrer Väter und übertragen sie in eine Produktion, in der klassischer Schlager auf Pop, Elektro und Dance trifft. Nun ist Jürgen Drews an der Reihe. Für „Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie“ nimmt sich das Trio einen Titel vor, dessen Refrain schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat und trotzdem kaum lange Erklärungen braucht. Das Original „Irgendwann, irgendwo, irgendwie (seh’n wir uns wieder)“ erschien 1989, erreichte Platz 35 der deutschen Singlecharts und blieb dort 24 Wochen. Statt die alte Aufnahme einfach nachzubauen, greifen DREWS CORDALIS PETRY deren bekannte Melodie auf und verschieben den Song musikalisch in Richtung tanzbarer Pop-Produktion. Genau darin liegt schließlich die Grundidee des Projekts: Die Lieder der Väter sollen nicht im Familienarchiv landen, sondern in veränderter Form weiterlaufen. Dass dabei ausgerechnet drei Künstler zusammenarbeiten, deren Nachnamen eng mit verschiedenen Kapiteln der deutschen Schlagergeschichte verknüpft sind, gibt der Sache einen ziemlich konkreten Hintergrund. Nostalgie gehört zwangsläufig dazu. Sie ist hier aber Ausgangsmaterial und nicht der einzige Programmpunkt.

Auch der Text von „Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie“ funktioniert weiterhin ohne komplizierte Verrenkungen. Eine Beziehung ist vorbei, der andere Mensch weg, die Sache aber innerlich noch längst nicht abgeschlossen. Der Song erzählt von Einsamkeit nach einer Trennung, von Erinnerungen an gemeinsame Zeiten und von der schwierigen Erkenntnis, dass sich manche Dinge nicht festhalten lassen. „Manchmal verlieren müssen“ ist dabei keine besonders bequeme Botschaft. Genau deshalb bekommt die Hoffnung auf ein späteres Wiedersehen so viel Gewicht. Vielleicht kreuzen sich die Wege erneut – irgendwann, irgendwo und irgendwie. Die Neuinterpretation verändert diesen Kern nicht, stellt ihm jedoch deutlich mehr Bewegung gegenüber. Eingängige Melodieführung trifft auf Dance- und Elektroelemente, wodurch der Herzschmerz nicht in einer ruhigen Balladenfassung landet. Das passt zur bisherigen Ausrichtung von DREWS CORDALIS PETRY: bekannte Schlagerkompositionen behalten ihre Wiedererkennbarkeit, während das musikalische Umfeld verändert wird. Gerade bei einem Song, dessen Titelzeile bereits tief im Schlagergedächtnis verankert ist, wäre eine komplette Neuerfindung ohnehin ein ziemlich seltsamer Sport. Interessanter ist die Frage, was passiert, wenn eine vertraute Melodie auf eine Produktion trifft, die stärker auf Tanzbarkeit und elektronische Elemente ausgerichtet ist. Hier entsteht der Abstand zum Original nicht über einen neuen Text oder eine andere Geschichte, sondern über das Arrangement und die klangliche Einordnung. So bleibt die Verbindung zu Jürgen Drews klar erkennbar, ohne dass DREWS CORDALIS PETRY lediglich eine historische Aufnahme kopieren.

Einen ungewöhnlich passenden öffentlichen Rahmen bekam der Titel durch „Immer wieder sonntags“. Joelina Drews und Achim Petry sangen die Neuinterpretation in der finalen Ausgabe der traditionsreichen TV-Show als Überraschung für Stefan Mross. Der Moderator wurde damit von seiner langjährigen Sendung verabschiedet – und plötzlich bekam ausgerechnet ein Lied über Abschied und ein mögliches Wiedersehen noch eine zweite Bedeutungsebene, ohne dass am Text irgendetwas geändert werden musste. Für das Projekt DREWS CORDALIS PETRY ist diese Veröffentlichung zugleich ein weiteres Beispiel dafür, wie konsequent Joelina Drews, Lucas Cordalis und Achim Petry mit dem musikalischen Material ihrer Familien umgehen. Die Herkunft der Songs wird nicht versteckt; sie ist vielmehr der konkrete Anlass für die Zusammenarbeit. Gleichzeitig bleibt die Neuaufnahme nicht in der Ästhetik der jeweiligen Originalzeit hängen. Pop, Dance und elektronische Elemente bilden den Rahmen, die bekannte Komposition bleibt das Bindeglied zwischen den Generationen. Das ist bei „Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie“ besonders nachvollziehbar, weil der Song schon durch seine lange Chartpräsenz einen festen Platz im Repertoire von Jürgen Drews hatte. 24 Wochen in den deutschen Singlecharts sind schließlich mehr als eine kurze Begegnung mit dem Publikum. Nun wandert der Titel innerhalb der Familie eine Generation weiter und landet gleichzeitig bei einem Trio, dessen gesamtes Konzept genau auf diesem Prinzip beruht. DREWS CORDALIS PETRY behandeln das Erbe von Jürgen Drews, Costa Cordalis und Wolfgang Petry damit nicht wie ein Museum mit „Bitte nicht anfassen“-Schild. Die alten Songs dürfen verändert werden. Im Fall von „Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie“ heißt das: bekannte Melodie, vertraute Geschichte, deutlich mehr Dance – und ein Abschiedssong, der ausgerechnet bei einem TV-Abschied seinen passenden Auftritt fand.
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