Cover: ENGST - Gute Laune
7/8
Eigene Redaktionseinschätzung

ENGST sagen Danke mit Album "Gute Laune"

Zehn Jahre Bandgeschichte, hunderte Shows, Schweiß auf Clubbühnen und Staub auf Festivalwiesen – und kein bisschen ruhiger geworden: ENGST feiern ihr Jubiläum mit der Single „Auf die nächsten zehn“ und machen direkt klar, wohin die Reise geht. Der Song ist kein pathetischer Rückblick mit Taschentuch-Alarm, sondern ein ehrliches Danke an alle, die von Anfang an dabei waren – und an die, die irgendwann dazugestoßen sind und geblieben sind. Zwischen Stromgitarren und Mitsing-Refrain schwingt genau das mit, was ENGST seit jeher ausmacht: Nähe. Keine Distanz, kein Rockstar-Gehabe. Sondern dieses Gefühl von „Wir gegen den Rest der Welt“, nur eben mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Mit dem Album „Gute Laune“ drehen sie die Energie nicht runter, sondern justieren sie neu. Reifer klingt das, klarer, aber immer noch mit ordentlich Druck auf dem Kessel. Punkrock trifft Pop-Melodien, dazwischen Pathos, das nicht peinlich wirkt, sondern verdient. ENGST schaffen es, positive Vibes aus Ehrlichkeit zu ziehen, nicht aus leeren Parolen. Frontmann Matthias Engst bringt es ziemlich treffend auf den Punkt: Von Clubshows mit 30 Leuten bis zu Festivals vor tausenden war alles dabei. Diese Spannbreite hört man den Songs an. Da steckt Wut drin, Freude, Zweifel, Hoffnung – aber eben auch die Entscheidung, nicht zynisch zu werden. „Auf die nächsten zehn“ funktioniert deshalb wie ein kollektiver Handschlag: Danke fürs Mitgehen, wir hören noch lange nicht auf. Und genau das fühlt sich eher nach Aufbruch als nach Jubiläum an.

Wenn im Dezember die große 10 Jahre ENGST Jubiläumstour startet, wird das keine nostalgische Dia-Show, sondern eher ein lauter Beweis dafür, dass diese Band noch Hunger hat. Die Setlist dürfte einmal quer durch die Bandgeschichte führen, aber mit Blick nach vorn. „Gute Laune“ ist dabei weniger Party-Slogan als Haltung: Kopf hoch, auch wenn’s knallt. ENGST klingen selbstbewusst, ohne abzuheben, und zeigen, dass Zusammenhalt kein ausgelutschtes Wort sein muss. Zehn Jahre sind hier kein Endpunkt, sondern eher der Moment, an dem man kurz durchatmet, sich angrinst und sagt: Da geht noch was.

Tracklist

01 Auf Die Nächsten Zehn
02 Sag Mir Warum
03 Grossstadtprolet
04 Sandra
05 Magen - Darm
06 Roter Teppich
07 Gott Ist Tot
08 Revolution
09 Filmriss
10 Komm Mit Uns
11 Lied Über Blumen
12 Für Immer Asozial
13 Therapie
14 Zeit Zu Gehen