Wenn man dachte, EXODUS hätten nach über 40 Jahren alles gesagt – falsch gedacht. Mit Goliath zeigen die Thrash-Veteranen 2026 nicht nur, dass sie noch da sind, sondern dass sie immer noch am gefährlichsten klingen, wenn sie gemeinsam losmarschieren. Ihr Debüt bei Napalm Records bringt zehn brutale, kreative und völlig kompromisslose Tracks – und obendrauf ein fettes Wiedersehen: Rob Dukes ist zurück. Nach elf Jahren Pause kehrt der Ex-Shouter zurück ans Mikro und klingt, als hätte er die ganze Zeit nur darauf gewartet, wieder in die Bresche zu springen. Spoiler: Er zerlegt. Komplett.
Goliath ist kein Oldschool-Throwback, sondern ein modernes Monster. Der Opener 3111 kündigt die Zerstörung erst an – und liefert sie dann mit voller Wucht. Hostis Humani Generis ballert mit messerscharfer Dukes-Vokalklinge und knallt wie ein Tritt ins Genick. Besonders spannend wird’s bei The Changing Me: melodisch, aber bedrohlich – ein finster-schöner Brocken mit Gastsänger Peter Tägtgren, der Klargesang und Screams mischt, als hätte er nie was anderes gemacht. Katie Jacoby steuert im Titeltrack eine düstere Violine bei, die perfekt mit Gary Holts und Lee Altus’ Gitarrenwahnsinn harmoniert. Das Resultat: düster, episch, verdammt heavy.
EXODUS haben mit Goliath nicht einfach ein weiteres Thrash-Album abgeliefert – sie haben sich selbst neu erfunden, ohne ihre DNA zu verlieren. Dieses Album ist roher als der Beton im Moshpit und gleichzeitig musikalisch vielschichtiger als je zuvor. Fans bekommen alles, was sie lieben – aber in maximaler Ausbaustufe. Und alle, die dachten, die Band wäre müde? Werden hier gnadenlos eines Besseren belehrt.