Nach Jahrzehnten im Schatten kolossaler Rockbühnen und slaplastiger Basslinien wirft Flea nun das Spotlight auf eine andere Seite seines musikalischen Ichs – und zwar mit Stil. Am 27. März 2026 erscheint Honora, das erste Soloalbum des Red Hot Chili Peppers-Bassisten, bei Nonesuch Records. Der Clou: Flea greift hier nicht zur Basskeule, sondern haucht in die Trompete – und das mit ernstzunehmendem Jazz-Anspruch. Eine Rückkehr zu seinen musikalischen Wurzeln, wie er selbst sagt. Das Projekt ist persönlich, frei von Erwartungen, und vor allem frei von Stromgitarren. Den ersten Vorgeschmack liefert der Track „Traffic Lights“, geschrieben mit Thom Yorke und Saxofonist Josh Johnson – eine Mischung aus feinfühligem Jazz-Flow und Yorke’scher Melancholie. Ab heute kann man reinhören. Lohnt sich.
Für die Aufnahmen holte sich Flea nicht weniger als eine All-Star-Jazzcrew ins Studio: Jeff Parker (Gitarre), Anna Butterss (Bass), Deantoni Parks (Drums) und Produzent Josh Johnson formen das Herzstück der Band. Auch klangliche Gäste wie Nick Cave, Mauro Refosco und Nate Walcott mischen mit – Namen, die Jazz nicht nur denken, sondern fühlen. Neben sechs Eigenkompositionen enthält das Album auch Neuinterpretationen von u.a. George Clinton, Frank Ocean und Jimmy Webb. Der Titel Honora ist übrigens kein kunstvolles Wortspiel, sondern eine Hommage an ein Familienmitglied – und das passt zum Ton des Albums: persönlich, entschleunigt, und weit entfernt vom Stadionrock-Geboller.
Ab Mai geht’s dann auch live zur Sache. Allerdings nicht in riesigen Arenen, sondern bewusst intim: kleine Clubs, ausgewählte Städte, tiefe Atmosphäre. In Deutschland macht Flea am 21. Mai im Heimathafen Berlin Halt – mehr Wohnzimmer als Rockpalast. Der EU/UK-Vorverkauf startet am 20. Januar um 10 Uhr, der allgemeine Verkauf folgt am 23. Januar. Honora verspricht keine Hits, keine Hype-Hooks, sondern eine Art musikalisches Tagebuch eines Künstlers, der noch lange nicht fertig erzählt hat. Und wer Flea bislang nur als energiegeladenen Bühnenakrobaten kannte, erlebt ihn hier in einem völlig neuen Licht – als reflektierenden, sensiblen Klangsucher. Trompete statt Turnschuh, Jazz statt Jump. Warum nicht?