Die Gitarren treten zurück, die Unruhe bleibt. Fontaines D.C. verändern auf ihrem fünften Studioalbum „Dopamine Chamber“ die Gewichtung ihres Sounds deutlich. Kalte Synthesizerflächen, Samples, elektronische Texturen und orchestrale Elemente übernehmen Aufgaben, die früher vor allem die Gitarren erfüllten. Mehrere Songs kommen vollständig ohne sie aus. Die irische Band bewegt sich damit zwischen Post-Punk und Art-Pop und führt die klangliche Veränderung ihrer bisherigen Alben weiter. Produziert wurde die Platte von James Ford, aufgenommen in London, in ländlichen Regionen Englands und in Palermo. Sie folgt auf „Romance“, das in Großbritannien mit Platin ausgezeichnet wurde.
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Auch inhaltlich wird es unruhiger. „Dopamine Chamber“ beschäftigt sich mit Lust, Eskapismus und Angst. Verlangen und Bedrohung liegen in den Songs nah beieinander. Digitale Reizüberflutung, politische Krisen, künstliche Intelligenz und Popkultur bilden den Hintergrund dieser Geschichten. Der Wunsch, sich einer Wirklichkeit zu entziehen, trifft auf Eindrücke, die sich kaum abschütteln lassen. Frontmann Grian Chatten beschreibt das Album als eine Kammer, in der unterschiedliche Klangwelten zusammenkommen. Die elektronischen und orchestralen Bestandteile gehören zu dieser Idee: Sie erweitern die musikalischen Möglichkeiten einer Band, deren frühe Platten noch deutlich stärker von Gitarren bestimmt waren.
Während „Romance“ menschliche Wärme und Entfremdung gegeneinander abwog, lässt „Dopamine Chamber“ der verzerrten Wahrnehmung mehr Platz. Hoffnung rückt in den Hintergrund. Die Songs zeichnen eine düstere Gegenwart, in der Reize, Sehnsüchte und Ängste ineinandergreifen. Dazu passt der Wechsel zu kühlen Synthesizerklängen und elektronischen Texturen. Orchestrale Elemente kommen als weitere Klangfarbe hinzu. Fontaines D.C. verändern damit sowohl ihre Instrumentierung als auch die Stimmung des Albums. Die Spannung entsteht aus dem Zusammentreffen von Verlangen und Unsicherheit – und aus einer Musik, die diese Gedanken mit einem deutlich anderen Instrumentarium als auf den frühen Veröffentlichungen aufgreift.