Man sollte sich bei „Your Favorite Toy“ wirklich nicht am Glitzer verschlucken, denn was die Foo Fighters hier als erste Single aus ihrem zwölften Studioalbum raushauen, funkelt zwar, hat aber ordentlich Widerhaken. Der Track ist die erste neue Musik der Band in diesem Jahr und kommt wie ein heimlicher Ohrwurm um die Ecke, der sich erst freundlich anlächelt und dann nicht mehr aus dem Kopf verschwindet. Zerklüftete Gitarrenlinien schieben sich durch einen unerbittlichen Beat, während düstere Keyboard-Stöße für diese leicht paranoide Stimmung sorgen. Darüber thront Dave Grohl mit einem sarkastischen Unterton, den man so von ihm nicht ständig hört. Wenn er im Refrain fast spöttisch fragt: „Hörst du das, Junge? Jemand hat dein Lieblingsspielzeug für immer weggeworfen“, klingt das weniger nach Trotz, mehr nach bitterer Erkenntnis. Das sitzt.
Was sofort auffällt: „Your Favorite Toy“ wirkt wie ein Bruch – und gleichzeitig total vertraut. Die Band hat über ein Jahr mit Sounds und Dynamiken experimentiert, wie Grohl selbst erzählt. Und genau das hört man. Die Produktion ist dichter, stellenweise fast klaustrophobisch, dann wieder überraschend offen. Der Rhythmus pulsiert konstant, als würde er die Hörerinnen und Hörer durch einen Tunnel ziehen, aus dem es kein Entkommen gibt. Trotzdem bleibt dieser typische Foo-Fighters-Kern erhalten: große Refrains, klare Melodien, Gitarren, die nicht nur begleiten, sondern antreiben. Der Song klingt nicht wie ein Retro-Trip durch die eigene Diskografie, sondern eher wie ein selbstbewusster Neustart mit vertrautem Fundament. Kein Nostalgie-Filter, sondern Vorwärtsgang.
Als erster Vorgeschmack auf das gleichnamige Album "
You" (Veröffentlichung: 24. April 2026) funktioniert der Track erstaunlich gut. Er setzt den Ton, definiert die Energie und macht klar, dass hier kein bequemes Weiter-so geplant ist. Grohl beschreibt den Song als Zündschnur für ein ganzes Pulverfass an Ideen – und genau so fühlt er sich auch an: gespannt, aufgeladen, jederzeit bereit zu explodieren. „Your Favorite Toy“ spielt mit Verlust, mit Trotz, vielleicht sogar mit dem Gefühl, dass einem etwas Wichtiges aus der Hand gerissen wurde. Und trotzdem steckt in all dem eine seltsame Aufbruchsstimmung. Neu, kantig, leicht bissig – aber unverkennbar Foo Fighters. Wer dachte, nach so vielen Alben wäre langsam alles gesagt, bekommt hier einen ziemlich überzeugenden Gegenbeweis.