Friko veröffentlichen neue Single "Still Around"
Friko drehen weiter an ihrem Indie-Kosmos – und „Still Around“ fühlt sich an wie dieser eine Song, der dich gleichzeitig wachrüttelt und irgendwie tröstet. Zwischen kantigem Jangle-Pop und leicht nervöser Energie schiebt sich die neue Single ziemlich direkt ins Ohr. Frontmann Niko Kapetan singt sich durch Zweifel und Hoffnung, ohne dabei in Pathos abzurutschen. Stattdessen klingt alles nach ehrlichem Chaos mit Plan: Gitarren, die flirren, Drums, die antreiben, und Lyrics, die hängen bleiben, ohne sich aufzudrängen. Wer auf diesen leicht schrägen Indie-Vibe steht, bei dem Melodie und Unruhe gleichzeitig existieren, wird hier ziemlich schnell abgeholt.
Im Background werkelt übrigens John Congleton, der schon mit Acts wie St. Vincent oder Mogwai gearbeitet hat – und genau diese Mischung aus Kontrolle und kontrolliertem Ausbruch hört man auch. Das kommende Album „Something Worth Waiting For“ wirkt wie ein Spielplatz für alles, was Friko gerade spannend finden: Noise-Rock, orchestral angehauchte Momente, hier und da ein Hauch 70s-Drama. Dazu kommt die erweiterte Band-Dynamik mit Korgan Robb und David Fuller, die dem Sound mehr Tiefe gibt, ohne ihn unnötig aufzublähen. Es ist eher so, als hätte jemand den bisherigen Friko-Sound einmal auf „breiter“ gestellt.
„Still Around“ ist dabei so eine Art emotionaler Anker: trotz Chaos bleibt ein Grundoptimismus hängen, der nicht kitschig wirkt, sondern earned. Genau das macht den Track auch live spannend – und da liefert Friko dieses Jahr gleich mehrfach ab, unter anderem beim Haldern Pop Festival. Insgesamt klingt das alles nach einer Band, die sich gerade ziemlich bewusst neu sortiert, ohne ihre Kanten abzuschleifen. Kein glatter Indie, sondern eher Musik, die auch mal stolpert und genau deshalb interessant bleibt.
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