Sechs Jahre Funkstille – und dann so ein Comeback: Giftones melden sich mit „Berlin at Night“ zurück und zeigen ziemlich deutlich, dass sie die Zeit nicht einfach abgesessen haben. Statt auf Nummer sicher zu gehen, klingt das neue Material nach bewusster Weiterentwicklung. Sieben Songs, die nicht nur neu sind, sondern auch neu gedacht wirken. Power-Pop bleibt die Basis, aber alles fühlt sich ein Stück persönlicher und direkter an – weniger glatt, mehr Gefühl.
Der Titel „Berlin at Night“ passt dabei ziemlich gut zum Sound. Die Songs haben diesen leicht nächtlichen Vibe, irgendwo zwischen Großstadt-Ruhe und unterschwelliger Energie. Man merkt, dass hier viel im Studio passiert ist: Arrangements wirken durchdachter, Details sitzen, ohne dass es verkopft klingt. Stattdessen entsteht so ein Flow, der einen durch die EP trägt. Es ist nicht dieses laute „Wir sind wieder da“, sondern eher ein selbstbewusstes Zurückkommen, das sich nicht beweisen muss.
Gerade diese Mischung macht das Release spannend. Die Giftones bleiben ihrem Stil treu, erweitern ihn aber um neue Facetten – sowohl musikalisch als auch emotional. „Berlin at Night“ wirkt wie ein nächster Schritt, nicht wie ein Rückblick. Und genau deshalb funktioniert das Ganze so gut: Es fühlt sich ehrlich an, nicht kalkuliert. Ein Release, das zeigt, dass sich Warten manchmal lohnt.