Glazyhaze veröffentlichen neue Single "Do You?"
Venedig kann nicht nur Postkarten-Motive, sondern auch ordentlich Gitarren-Nebel. Genau aus dieser Kulisse kommen Glazyhaze, die mit „Do You?“ ihr nächstes Kapitel aufschlagen. Nach dem Album „SONIC“ geht’s jetzt direkt weiter – und zwar mit einem Track, der sich anfühlt wie dieser Moment zwischen durchgemachter Nacht und erstem Morgenlicht. Irgendwo zwischen Shoegaze, Alternative-Rock und Dream-Pop bauen sie wieder ihre typischen Soundwände, aber diesmal mit noch mehr Pop-Gefühl im Kern. „Sweet yet punchy“ trifft’s ganz gut: weich, aber mit genug Druck, um nicht einfach durchzurauschen. Man merkt sofort, dass die Band ihren Sound gefunden hat – und jetzt anfängt, ihn richtig auszureizen.
Was „Do You?“ besonders macht, ist dieses Spiel mit Gegensätzen. Da sind diese dichten, fast verschwommenen Gitarrenflächen, die alles einhüllen, und gleichzeitig eine Klarheit in der Hook, die hängen bleibt. Produziert wurde das Ganze von Paolo Canaglia, gemixt von Chris Perry – also Leute, die wissen, wie man Atmosphäre baut, ohne dass alles im Nebel verschwindet. Der Song wirkt dadurch gleichzeitig intim und groß, fast wie ein Soundtrack für eigene Gedanken. Wer auf Bands steht, die Emotion nicht nur singen, sondern fühlbar machen, wird hier ziemlich schnell abgeholt. Und ja, diese leichten Britpop-Anleihen blitzen immer wieder durch, ohne dass es wie ein Throwback wirkt.
Live dürfte das Ganze nochmal eine andere Nummer sein. Glazyhaze haben sich die letzten Jahre quer durch Europa gespielt und wissen inzwischen ziemlich genau, wie man diesen Sound auf die Bühne bringt. Statt bloß Songs runterzuspielen, bauen sie eher so eine Art Klangraum, in den man reingezogen wird. Genau deshalb passt auch der nächste Schritt: Tourstopps in Städten wie Aarau, Berlin, Köln und Hamburg plus ein Slot beim Reeperbahn Festival. Für eine Band, die gerade zwischen Geheimtipp und „alle reden plötzlich drüber“ steht, ist das ziemlich gutes Timing. Wenn „Do You?“ der Vorgeschmack ist, dann könnte das hier der Moment sein, in dem aus spannend wirklich relevant wird.
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