
Gorillaz sind zurück – und wie! Mit ihrem neunten Studioalbum The Mountain liefern Damon Albarn und seine illustre Truppe ein musikalisches Kaleidoskop, das sich gewaschen hat. Ganze 15 Tracks zählt das neue Werk, auf dem sich eine beachtliche Liste von Kollaborationen versammelt: Von der Sitar-Ikone Anoushka Shankar über Rap-Schwergewichte wie Black Thought und Yasiin Bey bis hin zu Indie-Veteranen wie Johnny Marr und Sparks. Ein besonderes Highlight: die Einbindung von Stimmen bereits verstorbener Künstler wie Bobby Womack, Dennis Hopper oder Tony Allen – ein Hauch von Jenseits trifft auf Gegenwart.
Musikalisch ist The Mountain ein globales Gipfeltreffen. Aufgenommen wurde in Metropolen und Rückzugsorten wie London, Miami, Rishikesh oder Mumbai – und das hört man: Die Songs sprühen vor kultureller Vielfalt, mal hypnotisch, mal treibend, mal melancholisch. Fünf Sprachen finden hier ihren Platz, darunter Hindi, Arabisch und Yoruba – wer also dachte, Popmusik sei längst durchdekliniert, bekommt hier eine freundliche Gegenrede. Die Produktion teilen sich neben Gorillaz selbst auch James Ford, Remi Kabaka Jr., Samuel Egglenton und Bizarrap – der argentinische Produzent sorgt mit seinen Beats für frische Impulse und einen Hauch Orange County im globalen Soundgewitter.
Auch visuell bleibt alles im typischen Gorillaz-Kosmos – aber in HD. Jamie Hewletts neue Illustrationen zeigen die virtuelle Band diesmal mitten in Indien, wo Murdoc, 2D, Russel und Noodle nicht nur Berge erklimmen, sondern auch innere. Es ist eine bild- wie klanggewaltige Reise, irgendwo zwischen spiritueller Selbstfindung und verschwitztem Bühnen-Dub. The Mountain ist kein Album für nebenbei – es ist ein Erlebnis, das gehört, gefühlt und gesehen werden will. Und vielleicht ist genau das die große Kunst von Gorillaz: Dass man nie genau weiß, wohin die Reise geht – nur, dass es sich immer lohnt, mitzukommen.