Zwei Jahre nach ihrem gefeierten Debüt meldet sich das französische Trio GRANDMA’S ASHES mit einem neuen Album zurück – und das hat es in sich. BRUXISM zeigt die Band wütender, direkter und musikalisch noch entschlossener. Die drei Musikerinnen mischen ihren Alternative- und Goth-Rock weiterhin mit düsteren Atmosphären, erweitern den Sound aber deutlich. New-Wave-Flächen treffen auf rohe Grunge-Gitarren, während die Songs spürbar stärker auf Energie und Live-Dynamik ausgerichtet sind. Statt sich in experimentellen Klanglandschaften zu verlieren, setzen GRANDMA’S ASHES diesmal öfter auf klare Strukturen, starke Hooks und Momente, die auf der Bühne sofort zünden dürften.
Für die Produktion holte sich die Band Unterstützung vom kanadischen Produzenten Jesse Gander, der bereits mit Acts wie Brutus gearbeitet hat. Gemeinsam gelingt es ihnen, den charakteristischen Sound von GRANDMA’S ASHES zu bewahren, ihn aber gleichzeitig weiter nach vorne zu schieben. BRUXISM klingt dichter, rauer und stellenweise sogar überraschend zugänglich. Zwischen dunklen Gitarrenwänden und treibenden Drums entsteht eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Post-Punk, Grunge und Gothic Rock schwebt. Besonders auffällig ist die Intensität der Songs – viele Tracks fühlen sich an wie ein emotionaler Ausbruch, der sich langsam aufbaut und dann mit voller Wucht entlädt.
Inhaltlich wird es ebenfalls ernst. Die Band nutzt BRUXISM als Ventil für Themen, die aktuell viele Menschen beschäftigen. Mental Health, Einsamkeit und der Druck moderner Gesellschaften ziehen sich wie ein roter Faden durch die Lyrics. Dabei wirken die Texte weniger wie theoretische Beobachtungen, sondern eher wie persönliche Ausbrüche – roh, ehrlich und manchmal fast schmerzhaft direkt. Genau diese Mischung aus dunkler Emotionalität, kompromissloser Energie und künstlerischem Anspruch sorgt dafür, dass GRANDMA’S ASHES mit diesem Album eine neue Stufe erreichen. Ihr Sound wirkt wie eine grungige, gothic-gefärbte Antwort auf die expressive Intensität von Kate Bush – nur deutlich lauter und mit ordentlich Gitarrendruck.