20 Jahre Harlott – und angefangen hat das Ganze denkbar pragmatisch. Vier Teenager aus Melbourne gründeten die Band und suchten einen Namen, der vor allem eine wichtige Voraussetzung erfüllen musste: Er sollte auf einem schwarzen T-Shirt gut aussehen. Musikalisch wurde es später etwas komplizierter. Vom Debüt „Origin“ über „Proliferation“ und „Extinction“ bis zu „Detritus Of The Final Age“ arbeitete die australische Band kontinuierlich an ihrem schnellen, angespannten Thrash Metal.
Nach sechs Jahren ohne neues Album folgt nun „Exsequiis“. Die lange Lücke hat Harlott hörbar nicht dazu verleitet, das Tempo herauszunehmen. Das Material fällt dichter und härter aus, während die Gitarrenarbeit eine zentrale Rolle übernimmt. Rasante Riffs, permanenter Vorwärtsdrang und ein scharf umrissenes Klangbild bestimmen die Platte. Verglichen mit den bisherigen Veröffentlichungen beschreibt die Band das Album als ihren bislang kühnsten Entwicklungsschritt – ohne die Thrash-Grundlage über Bord zu werfen.
Auch textlich herrscht wenig Interesse an freundlicher Weltbetrachtung. „Exsequiis“ blickt zynisch auf eine Gesellschaft, die zunehmend in gegnerische Lager zerfällt. Der Tod der Götter bildet dabei den thematischen Rahmen. Harlott koppeln diese Perspektive an jene Geschwindigkeit und Spannung, die sich durch ihre Diskografie ziehen. Zwei Jahrzehnte nach der eher T-Shirt-orientierten Namensfindung ist aus den vier Teenagern eine Thrash-Metal-Band geworden, die ihre bekannte Gangart auf „Exsequiis“ deutlich verdichtet.