Das Märchen ist noch nicht zu Ende. Holly Humberstone schlägt für die Deluxe-Edition ihres zweiten Albums „Cruel World“ eine weitere Seite auf: Fünf neue Tracks kommen hinzu. Einen ersten Eindruck gibt „Too Cute To Be Lonely“. Der Alt-Pop-Song zieht Richtung Dancefloor, mit Einflüssen von ABBA, Madonna und Robyn. Auf dem ursprünglichen Album beschäftigte sich Humberstone mit Liebe, Sehnsucht und Selbstfindung. Die neuen Songs beschreibt sie als selbstbewusster und gefestigter. Es geht also weiter in derselben Geschichte, nur mit einer Erzählerin, die ihrer eigenen Stimme inzwischen mehr vertraut.
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Für „Cruel World“ hat sich auch der Schauplatz verändert. Früher schrieb Humberstone über das Verlassen ihrer Heimat, fremde Städte und Hotelzimmer. Inzwischen hat die aus Grantham stammende Musikerin im Südosten Londons ein Zuhause gefunden. Gemeinsam mit ihren Schwestern und ihrer besten Freundin Scarlett baute sie ein renovierungsbedürftiges Haus wieder auf. Stabilität und Routine fanden dadurch Platz in ihrem Songwriting. Ganz ordentlich geht es in den Beziehungen auf dem Album trotzdem nicht immer zu: Hingabe kann in Obsession kippen, Geborgenheit ins Chaos. Die weitläufige Produktion lässt diesen Geschichten Raum. Mehrschichtige Backing Vocals und ausgedehnte Arrangements entstanden auch mit Blick darauf, wie die Songs auf einer Bühne funktionieren.
Das Album erreichte Platz vier der britischen Charts und zählt inzwischen mehr als 83 Millionen Streams. Humberstone hat sich bereits auf der EP „it’s a real Cruel World“ noch einmal mit vier Stücken beschäftigt. Dort interpretierte sie „White Noise“, „Red Chevy“, „Cruel World“ und „To Love Somebody“ neu. Die Deluxe-Ausgabe ergänzt nun weitere Songs. Auch die visuelle Geschichte läuft weiter: Silken Weinberg inszenierte das Video zu „Too Cute To Be Lonely“, nachdem sie mit Holly und deren Schwester Eleri bereits die Märchenwelt des Albums gestaltet hatte. Auf ihrer UK- und Irland-Tour bringt Humberstone die Musik mit Chloe Qisha als Support auf die Bühne. Den Abschluss bildet ein Konzert in der Londoner O2 Academy Brixton.