„Hörst du den Ruf“ als spirituelle Hymne
Es gibt Songs, die wirken weniger wie klassische Releases und mehr wie ein Erlebnis – „Hörst du den Ruf“ von Indiras & Eyva Taya gehört genau in diese Kategorie. Entstanden ist der Track nicht im typischen Studio-Alltag, sondern im Rahmen eines Frauen-Retreats, bei dem sechs Künstlerinnen gemeinsam an einem Wochenende etwas aufgebaut haben, das sich ziemlich besonders anfühlt. Inhaltlich dreht sich alles um die Verbindung zur eigenen Natur, um Mut und dieses leise, aber starke Gefühl, auf die eigene innere Stimme zu hören. Gerade im Kontext von Beltaine bekommt das Ganze nochmal eine zusätzliche Ebene – weniger Popsong, mehr kleines Ritual in musikalischer Form.
Soundtechnisch geht der Track bewusst einen anderen Weg als klassische Deutschpop-Produktionen. Statt glatter Beats stehen organische Instrumente im Vordergrund: Flöten, Gitarren, Trommeln und diese chorartigen Elemente, die fast schon an alte Stammesklänge erinnern. Dabei schwingen Einflüsse mit, wie man sie von Acts wie Enya oder Celtic Woman kennt – atmosphärisch, leicht mystisch und ziemlich bildhaft. Unterstützt wird das Ganze von Musiker Sandro Friedrich, der mit Dudelsack und Flöten nochmal eine zusätzliche Tiefe reinbringt. Das Ergebnis ist ein Sound, der nicht auf schnelle Hooks setzt, sondern eher auf Stimmung und Eintauchen.
Spannend ist auch die Geschichte dahinter: Das Indiras Frauen Song Retreat bringt Künstlerinnen aus unterschiedlichen Richtungen zusammen, die gemeinsam schreiben, aufnehmen und sogar ein Musikvideo umsetzen. Dabei geht’s nicht nur um Musik, sondern auch um Austausch, Kreativität und persönliche Entwicklung. „Hörst du den Ruf“ ist quasi das hörbare Ergebnis dieses Prozesses. Klar, der Track ist speziell und definitiv nichts für den schnellen Nebenbei-Konsum. Aber genau darin liegt seine Stärke. Er lädt eher dazu ein, sich bewusst Zeit zu nehmen und sich auf die Atmosphäre einzulassen. Und wenn man das tut, entfaltet er eine Wirkung, die länger hängen bleibt als der typische Drei-Minuten-Popsong.
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