Jan Schröder mischt Pop und Funk neu
Der deutsche Pop hat ja manchmal so seine Momente, wo man sich denkt: ganz nett, aber wo bleibt der Kick? Genau da kommt Jan Schröder um die Ecke und liefert einfach ab. Schon mit Songs wie Mein Hamburg und Sag nochmal Ja hat er gezeigt, dass er mehr kann als nur Standard-Radio-Kost. Seine Texte haben diesen gewissen Tiefgang, ohne dabei verkopft zu wirken, und genau das macht seinen Style so angenehm hörbar. Jetzt geht er nochmal einen Schritt weiter und packt eine ordentliche Portion Funk obendrauf – und ja, das funktioniert überraschend gut.
Der neue Track fühlt sich an wie ein spontaner Sommerabend, bei dem man eigentlich nur kurz raus wollte und dann doch stundenlang bleibt. Dieser funky Einschlag bringt sofort Bewegung rein, ohne dass der Song seine inhaltliche Stärke verliert. Genau das ist die Kombi, die im deutschen Pop nicht ständig passiert: Tanzbarkeit trifft Aussage. Während viele Songs entweder nur auf Beat oder nur auf Message setzen, schafft Schröder hier so einen ziemlich entspannten Mittelweg. Man wippt automatisch mit, bleibt aber trotzdem hängen an den Zeilen. Und das ist am Ende wahrscheinlich die größte Stärke – Musik, die im Kopf und in den Beinen gleichzeitig funktioniert.
Klar, man könnte jetzt sagen: Funk im Deutschpop ist nichts komplett Neues. Aber die Art, wie Jan Schröder das umsetzt, wirkt nicht aufgesetzt. Es klingt eher so, als hätte er einfach Bock gehabt, genau diesen Sound auszuprobieren – und das hört man. Die Produktion ist sauber, aber nicht geschniegelt, die Hooks bleiben hängen, ohne nervig zu werden. Und vor allem: Der Song fühlt sich ehrlich an. Kein großes Pathos, keine übertriebenen Phrasen, sondern einfach ein Track, der Spaß macht und trotzdem was zu sagen hat. Genau solche Releases braucht der deutschsprachige Pop gerade ein bisschen mehr.