Jan-Bart „JB“ Meijers ist ein Mann der leisen Töne und lauten Gitarren – ein musikalischer Grenzgänger, der sich ungern festlegt. Ob mit De Dijk, Solomon Burke oder Ilse DeLange und ihren Common Linnets: JB ist immer mittendrin, statt nur dabei. Dabei ist er nicht nur Multiinstrumentalist, sondern auch Co-Produzent, Arrangeur und ideenreicher Ideengeber. Dass er heute mit Größen wie Peter Maffay oder Money Mark (Beastie Boys) kollaboriert, ist fast schon logisch – wer so vielseitig ist, wird einfach überall gebraucht. Auch bei Daniel Wirtz war er aktiv, und genau dieser Wirtz war es, der JB letztlich den musikalischen Schubs in Richtung härterer Töne gab.
Denn die neue Platte, schlicht „Rock Und Roll“ betitelt, kam nicht etwa durch langes Grübeln zustande, sondern durch einen simplen Anruf: „Ein Freund sagte mir, dass ich nur dann beim Wacken spielen könne, wenn ich eine kernige Produktion dabei hätte. Na ja, die Songs dafür hatte ich sowieso schon in der Pipeline.“ Meijers lacht, wirkt entspannt – ganz so, als hätte er das Album eher aus dem Ärmel geschüttelt als im Studio geschwitzt. Dass er für den raueren Sound Daniel Wirtz als Inspirationsquelle nennt, überrascht kaum: „Der Junge spielt heftigen Stoff. Seine Energie steckt auch in meinen neuen Songs“, so JB.
Aufgenommen wurde „Rock Und Roll“ auf der Karibikinsel Bonaire – ein Ort, der nicht gerade für schwermetallische Klänge bekannt ist. Doch JB sieht das anders: „Die Landschaft dort erinnert mich an Arizona. Weite, Hitze, Freiheit – das spiegelt sich alles im Sound wider.“ In Holland oder Deutschland vermisse er diese Freiheit seit Corona, erzählt er. Zu viel Regulierung, zu wenig Luft zum Atmen. „Das ist gegen meine Punk-Attitüde. Es wird Zeit, dass wir wieder entspannter werden.“ Vielleicht hilft da ja ein bisschen ehrlicher Rock ’n’ Roll. JB hat seinen Teil jedenfalls schon geliefert.