Jenny van Bree macht ihre eigene Liebe zum Schlager
Ein Chat im Netz, ein paar Nachrichten und irgendwann die Erkenntnis, dass aus der digitalen Bekanntschaft ziemlich reales Herzklopfen geworden ist: Hinter „Wieso, Weshalb, Warum“ steckt die persönliche Liebesgeschichte von Jenny van Bree und Sven Hammerson. Die Sängerin verarbeitet darin ihre Beziehung zu ihrem Partner, der in Thüringen als Schmied und Taiji-Meister arbeitet. Für das dazugehörige Musikvideo blieb Hammerson nicht hinter den Kulissen. Er spielt selbst mit und muss seine Rolle praktischerweise nicht lange recherchieren – schließlich erzählt der Song von der gemeinsamen Geschichte. Gedreht wurde unter anderem in Töppeln sowie im österreichischen Kapfenberg. Eine zentrale Kulisse ist die Schmiede von Hammers Hall, außerdem entstanden Aufnahmen auf der Burg Oberkapfenberg. Damit greift das Video reale Orte aus Hammersons Umfeld auf und kombiniert sie mit den Schauplätzen in der Steiermark. „Wieso, Weshalb, Warum“ ist dadurch weniger erfundene Schlagerromanze als musikalische Verarbeitung einer tatsächlich entstandenen Beziehung. Der Ausgangspunkt wirkt dabei erstaunlich alltäglich: Man schreibt sich online. Nur landet eben nicht jeder Chat später als Song inklusive gemeinsamem Musikvideo vor der Kamera.
Für Musik und Produktion arbeitet Jenny van Bree erneut mit Wolfgang Nadrag und Erwin Brand zusammen. Die beiden haben in der Vergangenheit auch an Produktionen für Fantasy und die Schlagerpiloten mitgewirkt. Nadrag übernimmt bei „Wieso, Weshalb, Warum“ gleich mehrere Aufgaben: Neben der Produktion verantwortet er Arrangement, Mix und Mastering und war zudem an der visuellen Umsetzung beteiligt. Damit liegen wesentliche Bereiche von Audio und Video in derselben Hand. Die Zusammenarbeit mit van Bree ist bereits über mehrere Veröffentlichungen gewachsen und wird nun bei einem Titel fortgeführt, dessen Inhalt ungewöhnlich nah an ihrem Privatleben liegt. Gleichzeitig fällt die Single in eine Phase größerer beruflicher Veränderungen. Nach sieben Jahren endet van Brees Zusammenarbeit mit Lumina Records in der bisherigen Konstellation. Wolfgang Nadrag führt das Label weiter, während die Sängerin mit Eden Amar Records eine eigene Plattenfirma gründet. Geplant ist nicht nur, dort ihre eigenen Veröffentlichungen zu betreuen. In Zierzow möchte van Bree künftig an ihrem dritten Album arbeiten und das Label außerdem für andere Künstler öffnen. Der Schritt erweitert ihre Aufgaben damit deutlich über das Singen hinaus. Bühnentechnik ist für sie ohnehin kein völliges Fremdgebiet: Sie bedient inzwischen ihre eigene Soundanlage und arbeitet bei ihren Auftritten selbst an der Tontechnik. Mikrofon vorne, Technik hinten – offenbar ist die klassische Arbeitsteilung nicht zwingend vorgeschrieben.
„Wieso, Weshalb, Warum“ steht damit an einer interessanten Schnittstelle zwischen persönlicher Geschichte und organisatorischem Neustart. Auf der einen Seite erzählt Jenny van Bree von Sven Hammerson und einer Beziehung, die mit einem Online-Chat begann. Auf der anderen verändert sie gerade die Strukturen hinter ihrer Musik. Eden Amar Records soll künftig die Basis für eigene Produktionen und weitere Künstler bilden, während bereits das dritte Album geplant ist. Ihr Ankerherz bleibt dabei als persönliches Erkennungszeichen erhalten und verweist weiterhin auf ihre norddeutsche Herkunft. Auch musikalisch bleibt van Bree dem romantisch ausgerichteten Schlager verbunden, mit dem sie sich über die vergangenen Jahre ein Publikum aufgebaut hat. Konkreter als jede Genrebezeichnung ist bei der neuen Single allerdings die Geschichte selbst. Sven Hammerson ist kein erfundener Protagonist, die Beziehung kein ausgedachtes Drehbuch, die Schmiede keine beliebige Studiokulisse. Das Video nimmt diese persönlichen Bezüge auf und führt sie bis zur Burg Oberkapfenberg weiter. Produzent Wolfgang Nadrag kümmert sich parallel um Arrangement, Mix und Mastering, während Erwin Brand erneut Teil des eingespielten musikalischen Teams ist. Für van Bree markiert der Titel außerdem das Ende eines siebenjährigen Abschnitts bei Lumina Records und den Übergang zur eigenen Labelarbeit. Da passt ein Song über eine unerwartete Begegnung fast schon verdächtig gut: Manchmal beginnt etwas Neues tatsächlich mit einer Nachricht. Was daraus wird, weiß beim ersten „Hallo“ schließlich noch niemand.
Video
Weitere Produkte von Jenny van Bree