Jim Mertens feiert Retro-Vibes mit „Bommer“
Wenn sich Jim Mertens mit einem neuen Track zurückmeldet, dann macht er das nicht halbherzig. „Bommer“ heißt das gute Stück – und schon der Titel klingt nach einem Augenzwinkern Richtung Vergangenheit. Mertens packt hier die Discokugel aus, wirft den Verstärker an und schickt uns auf eine musikalische Zeitreise von ABBA bis Frank Zappa. Zwischen Disco-Glamour und Rock’n’Roll-Attitüde entsteht ein Sound, der sich anfühlt wie ein Roadtrip durch die 70er- und 80er-Jahre – nur mit frischem Lack und moderner Produktion.
Schon nach den ersten Takten wird klar, wohin die Reise geht: groovige Rhythmen, tanzbare Beats und dieser Retro-Vibe, der sofort Bilder im Kopf erzeugt. Neonlichter, volle Tanzflächen, Schlaghosen im Wind. „Bommer“ spielt bewusst mit Nostalgie, ohne in einer reinen Kopie stecken zu bleiben. Stattdessen mischt Mertens Vintage-Flair mit einem zeitgemäßen Sounddesign, das auch heute funktioniert. Man hört die Liebe zu den Klassikern, aber eben auch den Anspruch, daraus etwas Eigenes zu bauen. Der Refrain geht schnell ins Ohr, die Hooks sitzen, und man ertappt sich dabei, wie man automatisch mitwippt. Genau das wollte Mertens erreichen: ein Song, der verbindet. Egal ob man die Original-Ära miterlebt hat oder sie nur aus Playlists kennt – „Bommer“ holt beide Generationen ab.
Inhaltlich ist der Track eine kleine Hommage an eine Zeit, in der Musik gefühlt alles war: Treffpunkt, Sprachrohr, Gemeinschaft. Mertens, selbst Teil dieser „Bommer“-Generation, verpackt seine Botschaft mit Charme und einer Portion Selbstironie. Musik als Zeitgeschichte, aber eben auch als etwas, das nie wirklich alt wird. „Bommer“ wirkt wie ein Blick in den Rückspiegel, nur ohne Wehmut. Stattdessen überwiegen Lebensfreude und dieses „Lass uns einfach tanzen“-Gefühl. Kein verkopfter Retro-Trip, sondern ein Song, der Spaß macht und trotzdem Haltung zeigt. Wer also Lust hat auf einen Sound, der Vergangenheit und Gegenwart locker miteinander verknüpft, dürfte hier fündig werden. Tanzfläche frei – die Discokugel dreht sich schon.