Joe Jackson meldet sich mit „Hope and Fury“ zurück – und zwar nicht leise, sondern mit einem ziemlich selbstbewussten Sound-Statement. Der Grammy-prämierte Musiker hat sein neues Studioalbum zwischen zwei Metropolen gebaut: Berlin und New York City liefern hier nicht nur Kulisse, sondern auch spürbare Vibes. Neun neue Tracks sind dabei entstanden, eingespielt mit seiner eingespielten Band rund um Bassist Graham Maby, Gitarrist Teddy Kumpel und Drummer Doug Yowell. Dazu kommt mit Paulo Stagnaro noch eine Portion Percussion, die dem Ganzen einen zusätzlichen Kick verpasst. Klingt erstmal nach klassischem Band-Setup – ist aber deutlich mehr als nur Routine.
Produziert hat Jackson das Ganze zusammen mit Patrick Dillett, und man merkt ziemlich schnell: Hier geht’s nicht um Trends hinterherrennen. Stattdessen setzt er auf seinen eigenen Stil, den er selbst ziemlich treffend als „Bicoastal LatinJazzFunkRock“ beschreibt. Klingt wild, fühlt sich aber überraschend rund an. Die Songs bewegen sich irgendwo zwischen clever konstruiertem Pop und musikalischer Spielwiese. Wer Alben wie Night and Day, Laughter and Lust oder Fool kennt, wird hier sofort andocken können. Diese Mischung aus eingängigen Melodien, leicht verkopften Texten und rhythmischem Drive zieht sich auch durch das neue Material – nur wirkt alles eine Spur entspannter und gleichzeitig fokussierter.
Was besonders hängen bleibt: Jackson klingt hungrig, ohne sich zu verbiegen. Sein Gesang sitzt, das Piano ist präsent wie eh und je, und die Band funktioniert fast schon blind miteinander. Jeder Song hat seine eigene Farbe, aber nichts wirkt zerfahren. Stattdessen entsteht so ein Flow, der sich angenehm durch das Album zieht. „Hope and Fury“ ist damit kein lautes Comeback, sondern eher ein souveränes Statement eines Künstlers, der genau weiß, was er kann – und vor allem, was er nicht mehr beweisen muss.