Johann Bockes startet mit „I Bin Am Weg“ nicht einfach nur eine neue Single, sondern gefühlt gleich ein eigenes Genre. Bairischer Dialekt trifft auf Funk und Soul – klingt erstmal wie ein wilder Mix, funktioniert aber erstaunlich smooth. Statt klassischem Mundart-Sound gibt’s hier groovige Basslines, warme Bläser und diesen leicht rauen Vibe, der sofort an alte Vinylplatten erinnert. Und genau da liegt der Reiz: Während viele Dialekt-Acts eher auf Tradition setzen, geht Bockes bewusst einen anderen Weg und bringt den Sound der 60er und 70er in seine eigene Welt.
Man hört ziemlich deutlich, woher die Inspiration kommt: Ein bisschen James Brown hier, ein Hauch Curtis Mayfield da – aber eben nicht als Kopie, sondern als Grundlage für etwas Eigenes. Besonders spannend ist, wie er mit Sprache umgeht. Der bairische Dialekt wird nicht einfach drübergelegt, sondern richtig in den Groove eingebaut. Wörter klingen plötzlich anders, weicher, fast schon musikalisch gedacht. Das wirkt nicht gezwungen, sondern eher wie ein natürlicher Flow, der sich durch den ganzen Track zieht. Dass er Produktion und Komposition komplett selbst in der Hand hat, merkt man dem Song an – alles wirkt durchdacht, aber nicht verkopft.
Live dürfte das Ganze nochmal eine andere Nummer werden. Mit einer zwölfköpfigen Band im Rücken geht’s weg vom Studio-Sound hin zu echtem, handgemachtem Funk-Feeling. Gerade solche Arrangements leben davon, dass sie auf der Bühne atmen können – und genau darauf scheint das Projekt ausgelegt zu sein. „I Bin Am Weg“ wirkt wie ein Startpunkt, nicht wie ein fertiges Endprodukt. Einer, der zeigt, wo die Reise hingehen kann, wenn man sich traut, Dialekt neu zu denken. Und ehrlich: Bairisch und Soul in einem Track zu hören, fühlt sich erstmal ungewohnt an – aber genau deshalb bleibt’s hängen.
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