Eine markante E-Gitarre, Garagenband-Vibes, Julia Meladins Stimme – so beginnt „Rausch“. Die Band kommt erst nach und nach dazu. Dazwischen tauchen kleine Geräusche auf, die direkt zur erzählten Nacht gehören: das Klicken eines Feuerzeugs, eine Voicemail. Statt bloßer Kulisse werden solche Details Teil der Geschichte. Einer Geschichte über den berühmten „einen Drink“, aus dem irgendwann Morgengrauen, zu viele Zigaretten und hundert Nachrichten auf dem Handy geworden sind.
Meladin beschreibt den nächsten Morgen ohne romantischen Filter. Der Bass steckt noch in den Ohren, Erinnerungen kommen nur stückweise zurück, fremde Gesichter mischen sich unter verschwommene Bilder. Besonders viel über den Konflikt des Songs verrät der wiederkehrende Satz „Ich habe meiner Mama geschworen, dass ich jetzt aufpass“. Vernunft ist also durchaus anwesend. Sie hat nur offenbar nicht die ganze Nacht das Kommando. „Rausch“ handelt damit weniger vom Feiern selbst als von diesem Hin und Her zwischen Kontrolle, Freiheit und den Fragen danach.
Musikalisch tragen rohe Gitarren und Pop-Rock die Szenerie, ohne dass der Song sofort mit voller Bandstärke loslegt. Gerade dieser Aufbau passt zum Verlauf der Nacht: erst E-Gitarre und Stimme, dann immer mehr Bewegung. Feuerzeug und Voicemail holen zusätzlich Alltag in die Produktion. Am Ende bleibt keine große Moralpredigt, sondern eine ziemlich konkrete Bestandsaufnahme des Kontrollverlusts und seiner Folgen. Oder, wie Meladin selbst singt: „Doch ich lieb den Rausch“. Vernunft kann morgen wieder übernehmen.
ROSAROTE MAUER TOUR 2026
03.11.2026 – Leipzig – Täubchenthal
04.11.2026 – Wien – Szene Wien
05.11.2026 – Graz – ppc
06.11.2026 – Telfs – Rathaussaal Telfs
08.11.2026 – Lindau – Club Vaudeville Lindau e.V.
10.11.2026 – Frankfurt am Main – ZOOM Kantine
09.11.2026 – München – Backstage Club
03.12.2026 – Bochum – Zeche Bochum
04.12.2026 – Köln – Die Kantine
05.12.2026 – Hamburg – Gruenspan (Interim)
06.12.2026 – Berlin – Columbia Theater