Jupiter Jones: Neue Single „Älter als die Steine“
Zwischen Endlichkeit und Tanzbein – so fühlt sich die neue Single von Jupiter Jones an. „Älter als die Steine“ packt ein Thema an, das normalerweise eher nach Grübelmodus als nach Tanzfläche klingt: die unangenehme Erkenntnis, dass alles irgendwann endet. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch – etwa in dem Moment, in dem man den eigenen Kindern erklären muss, dass das Leben eben kein endloser Sommerurlaub ist. Genau da setzt der Song an und macht aus dieser existenziellen Erkenntnis ein Stück Pop, das erstaunlich leichtfüßig daherkommt.
Im Kern geht es um dieses seltsame Paradox des Erwachsenwerdens. Man gründet eine Familie, setzt neues Leben in die Welt – und muss dann irgendwann erklären, dass auch dieses Leben endlich ist. Die Band selbst nennt das ziemlich treffend „Scheiß Endlichkeit“. Klingt düster, wird hier aber mit einem Augenzwinkern und einer ordentlichen Portion Energie verpackt. „Älter als die Steine“ fühlt sich dabei an wie der Soundtrack zu dem Moment, in dem die Kindheit endgültig aus dem Zimmer schleicht. Gleichzeitig steckt darin dieser große, fast kindliche Wunsch nach Unsterblichkeit – oder wenigstens nach einem Deal mit der Zeit: Lasst die wichtigen Dinge doch bitte ein bisschen länger halten.
Musikalisch macht die Band das, was sie am liebsten tut: Regeln ignorieren. Der Track bleibt unter der Drei-Minuten-Marke, wirkt aber trotzdem wie eine kleine Rede über das Leben – nur eben mit Gitarren, Tempo und einem Beat, der nach vorne schiebt. Zwischen Indie-Rock, Pop-Appeal und einer guten Portion Melancholie entsteht ein Song, der gleichzeitig nachdenklich und tanzbar ist. Genau diese Mischung macht „Älter als die Steine“ so charmant. Pop darf hier ruhig Pop sein, solange niemand das böse Wort „Deutschpop“ sagt. Stattdessen liefern Jupiter Jones einen Song, der schwere Gedanken in einen mitreißenden Moment verwandelt – und dabei zeigt, dass selbst große Fragen manchmal am besten funktionieren, wenn man sie laut singt und ein bisschen dazu tanzt.
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