Kerstin Ott: Rosalinde neu interpretiert
Mit „Rosalinde“ nimmt sich Kerstin Ott einen Song vor, der eigentlich fest im Musical-Kosmos verankert ist – und macht daraus etwas komplett Eigenes. Ursprünglich aus „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ von Peter Plate und Ulf Leo Sommer, bekommt der Track hier ein Update, das weniger nach Bühne und mehr nach persönlichem Moment klingt. Statt großer Theatralik gibt’s eine Version, die näher dran ist, direkter wirkt und sich fast wie ein klassischer Kerstin-Ott-Song anfühlt.
Was sofort auffällt: Sie zieht den Song komplett in ihre Welt. Wo das Original eher wie eine rockige Musical-Ballade funktioniert, setzt sie auf ihren typischen Mix aus Pop und Schlager. Das Ganze wirkt ruhiger, aber nicht weniger intensiv. Ihre Stimme bringt diese leicht raue, ehrliche Note rein, die den Song greifbarer macht. Und genau dadurch verändert sich auch die Wirkung: „Rosalinde“ fühlt sich weniger wie eine Rolle an, sondern eher wie eine echte Geschichte, die jemand gerade erzählt. Ein bisschen Humor blitzt auch durch, ohne dass die emotionale Tiefe verloren geht.
Spannend ist, wie gut dieser Transfer funktioniert. Musical-Songs wirken außerhalb ihres Kontexts oft etwas verloren – hier eher nicht. Kerstin Ott schafft es, die Essenz zu behalten, aber die Verpackung komplett neu zu denken. Damit spricht sie nicht nur Musical-Fans an, sondern auch ihr eigenes Publikum, das genau diesen ehrlichen, unaufgeregten Stil feiert. Unterm Strich ist „Rosalinde“ kein klassisches Cover, sondern eher eine Übersetzung in eine andere musikalische Sprache – und die geht ziemlich gut auf.
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