Klinghaus & Ray Gordon: "Wildflowers After Rain"
Klinghaus aka Remo Stoltze aus Hannover macht Musik, die nicht einfach nur hübsch blinkt, sondern auch ein bisschen nach Kopfkino klingt. Gemeinsam mit Ray Gordon veröffentlicht er den Synthie-Pop-Song "Wildflowers After Rain" – und schon der Titel verrät ziemlich gut, wohin die Reise geht: raus aus dem Grau, rein in diese kleine Hoffnungsecke, in der nach miesem Wetter plötzlich doch wieder was wächst. Klingt poetisch, ist aber nicht kitschig. Eher so, als würde jemand nach einem langen Tag die Kopfhörer aufsetzen und merken: Okay, vielleicht wird’s ja doch noch was mit dieser Welt.
Musikalisch bewegt sich der Track irgendwo zwischen warmen Synth-Flächen, eingängigen Pop-Melodien und einem Gefühl von nächtlicher Autofahrt durch nasse Straßen. Die Produktion wirkt sauber, aber nicht steril. Da glitzert einiges, ohne dass es gleich nach Neon-Reklame im Dauerbetrieb klingt. Klinghaus bringt als Produzent spürbar ein Gespür für Atmosphäre mit, während Ray Gordon dem Song eine emotionale Ebene gibt, die nicht aufdringlich wirkt. Genau das ist die Stärke von "Wildflowers After Rain": Der Song will nicht mit der Tür ins Haus fallen, sondern setzt sich eher neben dich, nickt verständnisvoll und sagt: „War wild, aber wir kriegen das hin.“
Inhaltlich spielt der Song mit Bildern von Regen, Wachstum und Neuanfang. Ja, das kann schnell nach Motivationskalender klingen, aber hier bleibt es angenehm bodenständig. Der Track hat genug Pop-Appeal, um direkt hängen zu bleiben, und genug Tiefe, um nicht nach einmal Hören wieder aus dem Kopf zu verschwinden. Für Fans von Synthie-Pop mit Gefühl, aber ohne Drama-Overkill, ist "Wildflowers After Rain" ein ziemlich runder Song. Hannover darf sich also freuen: Da kommt nicht nur sauber produzierter Sound aus der Stadt, sondern auch Musik, die zwischen Melancholie und Aufbruch ziemlich entspannt die Balance hält.
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