Mit „A Matter of Time: The Final Hour“ legt Laufey eine Deluxe-Version ihres GRAMMY®-prämierten Albums A Matter of Time nach – und das fühlt sich weniger wie ein Bonuspaket, sondern eher wie ein emotionales Nachkapitel an. Vier neue Songs erweitern das ohnehin schon intime Werk, darunter „How I Get“, der direkt zeigt, wohin die Reise geht: tief rein ins Gefühlschaos. Musikalisch bleibt Laufey ihrem eleganten Mix aus klassischem Pop, Jazz-Vibes und moderner Melancholie treu, aber hier klingt alles noch ein Stück offener, fast schon verletzlicher. Diese Deluxe Edition wirkt nicht wie Resteverwertung, sondern wie ein bewusster Nachschlag – als hätte sie gemerkt, dass da noch etwas gesagt werden muss.
„How I Get“ dreht sich um den Kontrast zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Laufey beschreibt, wie diszipliniert und geerdet sie in allen Lebensbereichen ist – bis eine bestimmte Person auftaucht und sämtliche guten Vorsätze ins Wanken bringt. Plötzlich jagt sie einem Rausch hinterher, rechtfertigt Verhaltensweisen, die sie eigentlich ausgeschlossen hatte. Genau dieses Spannungsfeld macht den Song so greifbar. Es geht nicht um kitschige Schwärmerei, sondern um diesen irritierenden Moment, in dem man sich selbst kaum wiedererkennt. Entstanden ist das Ganze erneut mit ihrem langjährigen Produzenten Spencer Stewart sowie Aaron Dessner, bekannt für seine Arbeiten mit Taylor Swift und Ed Sheeran. Diese Kombi sorgt für einen Sound, der organisch wirkt und trotzdem eine moderne Klarheit hat – Streicher treffen auf zurückhaltende Beats, während Laufeys Stimme alles zusammenhält.
Inhaltlich beschreibt „A Matter of Time: The Final Hour“ so etwas wie eine emotionale Wiedergeburt. Laufey stellt sich Ängsten, Unsicherheiten und den Verletzungen, die echte Liebe eben mit sich bringt – ohne Filter, aber mit Stil. Neben den fünfzehn Originals bringt die Deluxe-Version vier unveröffentlichte Tracks, die das Gesamtbild abrunden und die Story weiterziehen. Dass „A Matter of Time“ bei den Grammy Awards als Best Traditional Pop Vocal Album ausgezeichnet wurde, überrascht da kaum. Es ist bereits ihr zweiter GRAMMY® in dieser Kategorie, nachdem sie mit Bewitched Geschichte schrieb. Mit „The Final Hour“ zeigt Laufey jetzt, dass Erfolg für sie kein Endpunkt ist, sondern eher ein weiterer Schritt auf dem Weg, Gefühle in Musik zu verwandeln, die gleichzeitig zeitlos und ziemlich nah dran wirkt.